Gleitschirmfliegen im Rollstuhl: In der Luft sind alle gleich

Wer im Rollstuhl sitzt, kann selbständig Gleitschirm fliegen und das Pilotenbrevet erwerben. Damit der Weg in die Luft gelingt, braucht es passende Ausbildungsangebote, zugängliche Fluggebiete und Unterstützung am Boden. Der Schweizerische Hängegleiter-Verband, der Verein Wings for People und die Flugschule FLUSO setzen sich gemeinsam dafür ein, damit alle Interessierten Gleitschirm fliegen können.

«Für mich bedeutet Fliegen Freiheit – dass ich machen kann, was ich will.» Gleitschirmpilot Tobias Marti sitzt im Rollstuhl und fliegt selbständig. Damit der Weg in die Luft gelingt, braucht es jedoch einige zusätzliche Voraussetzungen.

Eine zentrale Herausforderung ist die Logistik am Boden: Wie gelangt man zum Startplatz? Wer hilft beim Auslegen des Schirms und beim Start? Ein Schulungstag für Flugschüler*innen im Rollstuhl erfordert zusätzliche Helfer*innen, Platz beim Transport und mehr Zeit. Sobald der Gleitschirm abhebt, treten diese Unterschiede in den Hintergrund:

“In der Luft sind wir alle gleich.”
- Tobias Marti

Der Verein Wings for People setzt sich dafür ein, Menschen mit Behinderung das Gleitschirmfliegen zu ermöglichen. Gemeinsam mit der Flugschule FLUSO wurden bereits mehrere Menschen im Rollstuhl zu brevetierten Gleitschirmpilot*innen ausgebildet. Damit diese Ausbildungen langfristig möglich sind, braucht es neben geeigneter Infrastruktur und Flugmaterial auch entsprechend geschulte Fluglehrer*innen und Helfer*innen.

Hier setzt auch der Schweizerische Hängegleiter-Verband an. Er arbeitet seit 2017 mit Wings for People zusammen und unterstützt den Verein bei seinen Aufgaben und Projekten. Mit Unterstützung von Swiss Olympic wird dieses Engagement weiter ausgebaut: Zusätzliche Schulungs- und Wiedereinstiegsflugtage schaffen mehr Ausbildungsmöglichkeiten. Gleichzeitig wird das nötige Wissen bei weiteren Fluglehrer*innen aufgebaut und langfristig in der Aus- und Weiterbildung des Verbandes verankert.

Das Ziel: Menschen im Rollstuhl sollen gleichwertige Möglichkeiten erhalten, das Gleitschirmfliegen zu erlernen und selbständig auszuüben. Tobias Marti ermutigt andere, es ebenfalls zu versuchen:

“Probiert es aus – macht es einfach!”
- Tobias Marti

Fördergefäss Inklusion von Swiss Olympic

Swiss Olympic unterstützt inklusive Engagements der nationalen Regelsportverbände systematisch über drei Fördergefässe. Dazu gehören die Förderung inklusiver Projekte, die Unterstützung von (inter-)nationalen Sportgrossanlässen mit Inklusionscharakter sowie die strukturelle und inhaltliche Begleitung grosser Sportverbände, die langfristig wirksame Inklusionsprojekte entwickeln, ausbauen und umsetzen.

Ergänzend dazu bietet die Fachstelle Inklusion spezifische Beratung, inhaltliche Koordination und Entwicklung des nationalen Netzwerks, Know-how-Transfer sowie Good Practice schweizweit. Dafür arbeitet die Fachstelle eng mit Mitgliedsverbänden, BASPO, Kantonen und Sport-Organisationen für Menschen mit Behinderung zusammen.

15.
Oktober
2026