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Die Schweiz in Olympischer Topform: zwei weitere Medaillen und zwei Diplome

Die Schweizer Delegation setzt ihren Erfolgskurs an den Olympischen Winterspielen fort: Dank der herausragenden Leistungen von Marco Odermatt und Loïc Meillard im Riesenslalom sichert sich die Schweiz ihre 8. und 9. Medaille. Hinzu kommen zwei olympische Diplome, gewonnen von Thomas Tumler im alpinen Skisport und der Frauen-Staffel im Langlauf. Auch die weiteren Leistungen des Tages waren stark: Die Schweizer Biathletinnen qualifizieren sich geschlossen für die Verfolgung, während die Skispringer trotz ausbleibendem Podestplatz ermutigende Resultate zeigen. Schliesslich bestätigen die Schweizer Curler ihre hervorragende Form mit einem Sieg gegen Kanada, während das Frauenteam eine überzeugende Reaktion zeigt: Nach einer Niederlage im ersten Spiel des Tages gegen Japan setzen sie sich gegen Kanada durch.

Silber und Bronze: Schweizer überzeugen im Riesenslalom

Marco Odermatt wurde im olympischen Riesenslalom von seinem Nachfolger um 0,58 Sekunden geschlagen, sicherte sich jedoch bei den Winterspielen 2026 bereits seine dritte Medaille – nach Silber im Team‑Kombinationswettbewerb und Bronze im Super‑G. Damit ist er der erste Schweizer Alpinathlet, der insgesamt vier olympische Medaillen vorweisen kann. Bei den Frauen hat nur Vreni Schneider mehr, nämlich fünf.

Mit Loïc Meillard schaffte es ein zweiter Schweizer auf das Podest. Für den Westschweizer gibt es wie schon im Vorjahr an der WM die Bronzemedaille. Es ist seine zweite in Bormio nach dem Gewinn von Silber in der Team-Kombination mit Marco Odermatt.

Auf den ersten vier Rängen gab es in der Entscheidung keine Verschiebungen. So landete Thomas Tumler trotz der drittschnellsten Zeit im zweiten Durchgang auf dem guten, aber undankbaren 4. Platz. Am Ende fehlten dem WM-Zweiten von Saalbach 28 Hundertstel zu Bronze.

Nicht ganz mit den Schnellsten mithalten konnte Luca Aerni. Der Berner machte in der Entscheidung drei Plätze gut und fuhr auf Schlussrang 18.

Olympisches Diplom für die Langlauf-Staffel der Frauen

Das Schweizer Frauenquartett rund um Anja Weber, Nadja Kälin, Marina Kälin und Nadine Fähndrich holt sich ein Olympisches Diplom und schliesst das Staffel Rennen über 4x7,5 km im 7. Rang ab. Nadine Fähndrich kommt mit einer Minute Rückstand auf Bronze ins Ziel, nachdem bis zur zweiten Klassisch-Ablösung noch von einer Medaille geträumt werden durfte. Gold geht überraschend an die Norwegerinnen, die Schwedinnen verloren das Duell aufgrund von zwei Stürzen und klassierten sich vor Finnland auf dem zweiten Platz.<b></b>

Biathlon: Schweizer Frauen erreichen die Verfolgung

Die Schweizer Frauen erreichen, angeführt von Lea Meier, allesamt die Verfolgung.

Lea Meier überzeugt in der Biathlon-Arena von Antholz weiterhin. Die Bündnerin lief nach dem starken 7. Rang im Einzel auch im Sprint mit Platz 13 als beste Schweizerin im Ziel ein. Die 24-Jährige räumte alle zehn Scheiben ab. Sie wird am Sonntag als erste Läuferin im Schweizer Dress zur Verfolgung starten.

Amy Baserga und Aita Gasparin drehten je eine Strafrunde, Lena Häcki-Gross deren vier. Mit den Klassierungen 29, 55 und 60 wird sich in der Verfolgung vom Sonntag allerdings nicht mehr viel ausrichten lassen.

Ski Freestyle: Gremaud souverän, Andraska überraschend im Final

Mathilde Gremaud hat ihre Chance auf weiteres Edelmetall an den Winterspielen in Norditalien gewahrt. Die Slopestyle-Olympiasiegerin von 2022 und 2026 qualifizierte sich am Samstagabend in Livigno souverän für den Big-Air-Final vom Montag (19.30 Uhr). Mit den 169,00 Punkten für ihre zwei besten Sprünge über den grossen Kicker schaffte Gremaud den Vorstoss in den Final der besten zwölf Athletinnen als Dritte im Schongang.

Mit Anouk Andraska ist am Montagabend eine zweite Schweizerin in der Entscheidung dabei. Die 22-jährige Zürcherin verbesserte sich im letzten Sprung auf den 12. Platz und verdrängte damit Giulia Tanno um 0,75 Punkte aus den Top 12. Sarah Höfflin scheiterte nach Stürzen in den ersten beiden Versuchen wie schon vor einer Woche im Slopestyle.

Schweizer Curler überzeugen – Männer souverän, Frauen kämpferisch

Das Team um Skip Yannick Schwaller ist weiterhin makellos unterwegs. In der 4. Runde der Curling-Turniers gewinnt die Schweiz den Spitzenkampf gegen Kanada 9:5.

Schwaller und seine Teamkollegen Pablo Lachat-Couchepin, Sven Michel und Benoît Schwarz-van Berkel hatten die Partie gleich mit einem Zweierhaus im ersten End lanciert und nie die Kontrolle verloren. Mit dem letzten Stein holten sie viermal zwei Punkte, Kanada bloss einmal. Der Gegner gab nach dem neunten End auf.

Nach vier von neun Spielen kann die Halbfinal-Qualifikation noch nicht in trockene Tücher gelegt sein. Aber nach dieser Leistung rücken die Schweizer in die Rolle des Turnier-Favoriten.

Die Schweizer Frauen-Equipe muss im olympischen Curling-Turnier die erste Niederlage hinnehmen. Auf das 5:7 gegen Japan reagiert das Quartett um Skip Silvana Tirinzoni am Samstag mit einem 7:6-Erfolg nach Zusatz-End gegen den Angstgegner Kanada.

Nach zwei Siegen an Vortagen bezogen Tirinzoni und ihre Teamkolleginnen Selina Witschonke, Carole Howald und Alina Pätz am Samstagvormittag gegen einen Kontrahenten die erste Niederlage, der seine ersten zwei Partien in diesem Turnier verloren hatte. Einige Stunden später rehabilitierten sich die Schweizerinnen mit einer beeindruckenden Wende gegen Kanada.

Schweizer Skispringer bleiben auf der Grossschanze ohne Topresultat

Gregor Deschwanden gewinnt von der Grossschanze keine zweite Olympia-Medaille. Deschwanden, der von der Normalschanze überraschend die Bronzemedaille gewonnen hatte, sprang auf 129,5 und 131 m. Der Luzerner zeigte im zweiten Durchgang einen deutlich besseren Sprung, konnte sich aber nur noch um einen Rang verbessern.

Sandro Hauswirth klassierte sich im 28. Rang, büsste aber wie schon von der kleinen Schanze mit dem zweiten Sprung viele Positionen ein. Felix Trunz auf Platz 38 verpasste den zweiten Durchgang klar. Damit Hauswirth am Montag im Super-Team-Wettkampf das Duo mit Deschwanden bilden.

Eis Hockey: Nach Sieg über Finnland sind Medaillen in Sicht

Das erste Schlüsselspiel, den Viertelfinal gegen Finnland, gewinnen die Schweizerinnen mit 1:0.

Das erste Spiel gegen Finnland hatten die Schweizerinnen letzten Dienstag 1:3 verloren. Das Team von Colin Muller bestritt damals das vierte Spiel in fünf Tagen. Seither konnten die Schweizerinnen die Batterien neu laden. Das entscheidende Goal gelang in der 35. Minute Alina Müller. Etwas Fortune war dabei auch im Spiel: Über Umwege kam der Puck zurück zu Müller; der Abschlussversuch missriet ihr im Prinzip, war aber gerade deshalb für die finnische Keeperin unhaltbar.

In den Halbfinals treffen die Schweizerinnen am Montag auf Kanada.

(sda/soa)

Alle Einsätze und Resultate der Schweizer Delegation sind auf der Website von Swiss Olympic zu finden.

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14.
Februar
2026