Inklusion im Turnsport einfach umgesetzt

Am Turnfest Islikon wurde deutlich, dass Inklusion keine grossen Umbauten oder komplexen Konzepte braucht. Mit Offenheit, kleinen Anpassungen und einer guten Zusammenarbeit können Sporterlebnisse geschaffen werden, an denen alle teilnehmen und gemeinsam Freude erleben.

Das Turnfest Islikon des Thurgauer Turnverbands setzte ein starkes Zeichen für einen inklusiven Turnsport. Von Beginn an war das Ziel, Menschen mit und ohne Behinderung die gemeinsame Teilhabe am Turnfest zu ermöglichen. Das Beispiel zeigt, dass Inklusion im Breitensport oft einfacher umzusetzen ist, als viele vermuten.

Für Yves Scherrer, OK-Präsident des Turnfests Islikon, war früh klar, dass Inklusion von Anfang an mitgedacht werden soll. Das Wettkampfprogramm Fit & Fun wurde so angepasst, dass alle Teilnehmenden auf derselben Anlage starten konnten. Zusätzliche bauliche Massnahmen waren nicht nötig. «Es braucht keine grossen Zusatzaufwände. Mit kleinen Anpassungen lässt sich die Zugänglichkeit deutlich erhöhen», lautet das Fazit.

Möglich wurde dies dank des Engagements des lokalen Organisationskomitees gemeinsam mit den Vereinen und dem Kantonalverband. Es schafft die Voraussetzungen dafür, dass Inklusion an einem Turnfest für alle Beteiligten erlebbar wird. Während die Vereine inklusive Angebote vor Ort mit Leben füllen, unterstützen die Kantonalverbände mit ihrer Vernetzung, ihrem Fachwissen und der Begleitung die nachhaltige Verankerung solcher Angebote im Turnsport.

Für Claudia Nessier, Leiterin Verbandsentwicklung und Mitglied der Geschäftsleitung STV, ist das Turnfest Islikon deshalb weit mehr als ein gelungenes Einzelprojekt. Solche Beispiele zeigen, dass Inklusion dort entsteht, wo Menschen bereit sind, neue Wege auszuprobieren, gemeinsam Lösungen zu finden und Erfahrungen zu sammeln. Genau dieses Wissen hilft dem STV gemeinsam mit Kantonalverbänden, Vereinen und lokalen Organisationskomitees, inklusive Angebote kontinuierlich weiterzuentwickeln und künftig noch mehr Menschen den Zugang zum Turnsport zu ermöglichen.

Fördergefäss Inklusion von Swiss Olympic

Swiss Olympic unterstützt inklusive Engagements der nationalen Regelsportverbände systematisch über drei Fördergefässe. Dazu gehören die Förderung inklusiver Projekte, die Unterstützung von (inter-) nationalen Sportgrossanlässen mit Inklusionscharakter sowie die strukturelle und inhaltliche Begleitung grosser Sportverbände, die langfristig wirksame Inklusionsprojekte entwickeln, ausbauen und umsetzen. Ergänzend dazu bietet die Fachstelle Inklusion spezifische Beratung, inhaltliche Koordination und Entwicklung des nationalen Netzwerks, Know-how-Transfer sowie Good Practice schweizweit. Dafür arbeitet die Fachstelle eng zusammen mit Mitgliedsverbänden, BASPO, Kantonen und Sport-Organisationen für Menschen mit Behinderung.

E-Learning «Inklusion leben»

Möchtet ihr Inklusion in eurem Verein aktiv fördern? Dann entdeckt das kostenlose E-Learning «Inklusion leben». In rund 30 Minuten erhaltet ihr praxisnahes Wissen und konkrete Werkzeuge, um euren Sportverein inklusiver zu gestalten und Barrieren abzubauen.

21.
Juli
2026