Auf den ersten Blick ist der Unterschied schon krass: Jahrelang war mein Arbeitsplatz die Postfinance-Arena in Bern mit über 17‘000 Zuschauer*innen, heute bin ich hinter mehrfach gesicherten Türen und Stacheldraht hier in der Frauen-Justizvollzugsanstalt in Hindelbank tätig. Es ist eine ganz andere Welt. Bis vor neun Jahren war mein Berufsalltag sehr emotional: Mal wirst du ausgepfiffen, mal nach vorne gebrüllt, mal frenetisch gefeiert, dann wieder hart kritisiert. Wenn dir kurz vor Schluss etwas Entscheidendes gelingt, kannst du dir keinen schöneren Beruf vorstellen als den des Eishockeyprofis. Und wenn du am nächsten Tag wieder Medikamente schluckst, weil die Hüfte so stark schmerzt, dass du kaum noch gehen kannst, spürst du, wie hoch der Verschleiss ist.
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«Noch heute fällt es mir schwer, meine Ferien zu planen»
Marc Reichert beendete seine Eishockeykarriere vor neun Jahren standesgemäss mit dem Meistertitel. In den ersten Jahren danach hatte er hingegen wenig zu feiern. Hier erzählt er von der Schwierigkeit, nach einem Sportlerleben im Rampenlicht eine sinnvolle, befriedigende Aufgabe zu finden. Und er verrät, welche Eigenschaften, die ihn auf dem Eis ausgezeichnet haben, ihm auch bei seiner Arbeit in der Justizvollzugsanstalt Hindelbank zugutekommen.