Bundesrat hält an Einsparungen beim Sport fest – Stellungnahme Swiss Olympic

Der Bundesrat will gemäss seiner Botschaft zum Entlastungspaket weiterhin über 17 Millionen Franken jährlich bei der Sportförderung streichen. Dagegen wird sich Swiss Olympic mit grossem Engagement einsetzen. Die von der Streichung betroffenen NASAK-Nutzungs- und Investitionsbeiträge und die Unterstützung für die wiederkehrenden Sportanlässe nehmen eine wichtige Rolle für den Schweizer Sport ein und müssen auch künftig unterstützt werden. Gleiches gilt für die indirekte Presseförderung für Mitgliedermagazine.

Mit Besorgnis nimmt Swiss Olympic zur Kenntnis, dass der Bundesrat in der Botschaft zum Entlastungspaket 27 sowohl an den Streichungen bei der Sportförderung in der Höhe von über 17 Millionen Franken als auch an der Streichung der Förderung bei der für die Sportverbände wichtigen Mitgliedschafts- und Stiftungspresse festhält. Der Dachverband des Schweizer Sports, lehnt diese Sparmassnahmen klar ab. Positiv wertet Swiss Olympic, dass der Bundesrat in der Botschaft von Kürzungen beim Programm Jugend+Sport absieht und vergangene Woche den J+S-Kredit für das laufende und das kommende Jahr sogar aufgestockt hat. Nichtsdestotrotz wird sich Swiss Olympic im weiteren Verlauf des Prozesses zum Entlastungspaket 27 gegen die vorgesehenen Streichungen in der Sportförderung einsetzen.

Streichung der NASAK-Nutzungsbeiträge führt zu Verlagerung der Trainings ins Ausland
Die im Entlastungspaket 27 vorgesehene Streichung der NASAK-Nutzungsbeiträge in der Höhe von 10 Mio. Franken entspricht einer Kürzung von rund 30 Prozent der Bundesgelder, die via Swiss Olympic an die Sportverbände fliessen. Entsprechend hart trifft die Streichung den Sport. Trainings und Trainingslager durchzuführen, kostet in der Schweiz je nach Sportart bis zu 80 Prozent mehr als im Ausland. Mit sogenannten NASAK-Nutzungsbeiträgen, die der Bundesrat vollständig streichen will, wird der Trainingsbetrieb auf den schweizweit 153 Sportanlagen von nationaler Bedeutung unterstützt. 2024 profitierten 46 Sportverbände mit 92 Sportarten und rund 7’000 Leistungs- und Spitzensportlerinnen, insbesondere auch im Nachwuchsbereich. Ohne NASAK-Nutzungsbeiträge werden die Verbände die Trainingsaufenthalte ins Ausland verlagern, wo Unterkunft, Essen und Anlagennutzung günstiger sind. Die hervorragenden Schweizer Anlagen, deren Bau vom Bund subventioniert wurde, verlieren an Auslastung, Qualität und Bedeutung. Gleichzeitig geht in der Umgebung der auf 25 Kantone verteilten Anlagen eine grosse Wertschöpfung im Hotellerie-, Gastronomie- und Tourismusbereich verloren. Die NASAK-Nutzungsbeiträge müssen daher beibehalten werden.

Die vom Bundesrat in seiner Botschaft an das Parlament nun vorgesehenen Kürzungen bei den Investitionsbeiträgen an NASAK-Anlagen (NASAK 5) von jährlich über 2 Millionen Franken schaden mittel- und langfristig der Qualität dieser Anlagen und damit den Sportlerinnen- und Sportlern, die diese Infrastrukturen nutzen.

Wiederkehrende, internationale Sport mit grossem Wert für die Schweiz

Streichen will der Bundesrat auch die 5 Mio. Franken, auf die wiederkehrende, internationale Sportanlässe im Bedarfsfall zurückgreifen können. Erfolgreich durchgeführte, jährlich stattfindende internationale Sportanlässe sind wichtige Impulsgeber für die jeweilige Sportart. Hier erhalten Kinder und Jugendliche die Gelegenheit, ihre Idole hautnah zu erleben und ihnen nachzueifern. Die fehlende Unterstützung im Fall einer Deckungslücke kann das Bestehen einzelner internationaler Sportanlässe, wie etwa der Tour de Suisse der Frauen, gefährden. Internationale Sportanlässe fördern darüber hinaus gewünschte Entwicklungen in anderen Bereichen, wie etwa im Tourismus, in der Wirtschaft und in Bezug auf den gesellschaftlichen Zusammenhalt. Auch deshalb hat sich das Parlament bereits zwei Mal (2023 und 2024) für die Unterstützung von wiederkehrenden, internationalen Sportanlässen ausgesprochen.

Indirekte Presseförderung als wichtige Unterstützung für Mitgliedermagazine
Zahlreiche Sportverbände und -vereine profitieren beim Versand ihrer Mitgliedermagazine von der indirekten Presseförderung des Bundes. Die im Entlastungspaket 27 vorgesehene Streichung dieser Unterstützung kann das Bestehen dieser Magazine in der aktuellen Form gefährden und damit einen Bereich der Gesellschaft beeinträchtigen, der die Aktivität und Bewegung der Bevölkerung fördert und zum Zusammenhalt der Gesellschaft beiträgt. Das Parlament hat die indirekte Presseförderung mehrfach diskutiert und ihre Weiterführung oder sogar Erhöhung beschlossen. Zuletzt stimmten Ende 2024 beide Parlamentskammern der Weiterführung der indirekten Presseförderung für die Mitgliedschafts- und Stiftungspresse zu.

Aus Sicht von Swiss Olympic steht fest, dass von der Kürzung der Unterstützung bei der Sportförderung und der Presseförderung abzusehen ist. Der Dachverband des Schweizer Sports wird seine Argumente im Namen seiner Mitglieder im weiteren Verlauf des Prozesses zum Entlastungspaket 27 mit grossem Engagement einbringen.

19.
September
2025