Tipps für Eltern

Eltern begleiten Ihre Kinder oft eng auf Ihrem sportlichen Werdegang. Manche zeigen dabei viel Ehrgeiz – manchmal zu viel. Die folgenden fünf Beispielsituationen sollen Eltern auf diese Problematik sensibilisieren und Tipps für ein faires Verhalten geben.


Wenn wir das Gefühl haben, der Trainer sollte unserem Kind mehr Einsatzzeit geben, oder die etwas langsameren Kinder nicht so oft einsetzen, oder er wende eine falsche Taktik an, dann sollten wir bedenken, dass Trainer zwar ausgebildet sind, aber keine Profis sind und neben dem Trainerjob hauptamtliche Pflichten haben. Oft sind sie mit viel Leidenschaft und persönlichem Engagement bei der Sache und kriegen dafür kein Geld. Sie können nicht alles wissen, fehlerfrei sein oder eine rundum Betreuung anbieten.

  • Wenn wir mit Entscheiden des Trainers nicht einverstanden sind, dann ist es das Beste einmal darüber zu schlafen und in einer ruhigen Atmosphäre das persönliche Gespräch zu suchen.

Der Sieg steht im Zentrum. Diese Aussage mag für viele Erwachsene und leistungsorientierte Athleten stimmen, aber für Kinder steht das Spiel im Mittelpunkt. Sie haben primär Freude mit Ihren Kameraden zusammen zu spielen und gemeinsam Zeit zu verbringen. Der Erfolg macht zwar auch Freude und bei Niederlagen sind die Kinder ebenfalls enttäuscht, das Ergebnis ist bei Kindern aber schnell wieder vergessen und das Erlebnis mit den Kameraden bleibt länger im Gedächtnis. Das spielerische Sportreiben und die Freude an der Bewegung sind wichtige Faktoren für eine lange Sportkarriere. Eine zu frühe Fokussierung oder Leistungsorientierung kann den Spass verderben und damit noch kaum begonnene Karrieren zerstören.

  • Rücken wir die Freude am Spiel und das Erlebnis im Team in den Fokus.

Viele Erwachsene vergessen manchmal, dass Kinder eben Kinder sind. Wenn wir wollen, dass unsere Kinder langfristig Sport treiben, müssen wir dafür sorgen, dass sie nicht an unseren Erwartungen gemessen werden und so die Lust verlieren. Kinder haben eine andere Wahrnehmung der Umwelt als wir Erwachsene, sie sind einfacher zu begeistern, lassen sich aber auch einfacher ablenken. Bei all unseren Emotionen sollten wir Erwachsene bedenken: unsere Kinder stehen auf dem Spielfeld und nicht wir selbst.

  • Versetzten wir uns zurück in die Zeit, als wir selbst Kinder waren: Im Sportspiel geht es um Entdecken, Erleben und Spass haben.

Wenn wir mit Entscheidungen des Schiedsrichters nicht einverstanden sind und das Gefühl haben nächstens gehen die Emotionen hoch, dann ist es vielleicht Zeit eine kurze Pause beim Zuschauen zu machen. Eine Runde um das Spielfeld drehen oder einen Kaffee trinken kann helfen. Schiedsrichter machen Fehler. Sie haben das Recht Fehler zu machen, wie alle Menschen; denn aus Fehlern lernen wir. Ein Schiedsrichter kann auch mal einen schlechten Tag haben. Möglicherweise hat er berufliche oder private Probleme, welche ihn ablenken, vielleicht ist er verletzt oder angeschlagen. Oder er hat von seinem Standort aus ganz einfach eine andere oder eingeschränkte Sicht auf das Geschehen und konnte gar nicht anders entscheiden.

  • Für unsere Kinder spielt ein aus unserer Sicht falscher Schiedsrichterentscheid i.d.R. erst dann eine gewichtige Rolle, wenn wir diesen Entscheid lauthals kritisieren. Tragen wir mit unserer Gelassenheit zu einem friedlichen und erfreulichen Erlebnis für die Kinder bei.

Wir können und dürfen uns über Erfolge unserer Kinder freuen oder über Niederlagen enttäuscht sein, aber die Kinder haben nicht das Endspiel oder einen Final einer Weltmeisterschaft verloren und damit viel Geld, Image oder gar ihre sportliche Karriere verspielt. Sie haben die Niederlage sehr wahrscheinlich schon bald wieder vergessen und freuen sich bereits wieder auf das nächste Spiel oder das nächste Training. Der Weg, oder anders gesagt, das Spiel ist das Ziel, nicht das Resultat.

  • Als Elternteil müssen wir Enttäuschungen nicht verbergen, sollten diese aber nicht auf einer destruktiven, emotionalen Ebene zum Ausdruck bringen, sondern vielmehr auf das Empfinden der Kinder eingehen. Mit aufbauenden Worten können wir Kinder dabei helfen, die Leistung des gegnerischen Teams zu anerkennen und wieder Motivation für das nächste Spiel zu finden.