11. November 2010, art.furrer

Art Furrer: «Wo ein Wille ist – da ist ein Weg»

«Wo ein Wille ist – da ist ein Weg.» Oder: «Es kommt nicht darauf an, auf welchem Ski ich stehe – entscheidend ist, dass ich im Gleichgewicht bin.» Davon wollten die greisen Schweizer Skipäpste damals nichts wissen. So wurde ich entsorgt – als Skilehrerausbildner entlassen. Hinterher, muss ich sagen, war das mein Glück! Mit 36 Dollar und einer Einfachschiffkarte, verdingt als Skilehrer, «floh» ich im Dezember 1959 in den Osten von Amerika.


Bild: KEYSTONE

«Es kommt nicht darauf an, auf welchem Ski ich stehe – entscheidend ist, dass ich im Gleichgewicht bin.» Was die Schweizer verpönten, begeisterte die Amis. Mit wilden Sprüngen, Spiel, Spass, Rhythmus, gepaart mit jugendlichem Übermut, eroberte ich nach und nach die junge amerikanische Skiwelt. Aus dem «Crazy Swiss» wurde der Vater der Skiakrobatik, die heute eine olympische Disziplin ist.

Heute Hotelier und auch mit 73 Jahren immer noch Skiakrobat

1973 beendete ich meine USA-Karriere. Der Dollar war damals 4.30 Franken  wert, und ich investierte alle Dollars in Land und Immobilien auf der Riederalp. Entstanden sind die Art Furrer Hotels. Meiner Skiakrobatik, aus der alle Grundformen in die Lehrbücher des internationalen Skischulwesens einflossen, bin ich aber bis zum heutigen Tag treu geblieben.


Bild: KEYSTONE

Dank dem kraftlosen, verspielten, immer auf dem perfekten Gleichgewicht bedachten Skifahren bin ich ein Leben lang unfallfrei geblieben. Ausser den wilden Sprüngen bin ich trotz meinen 73 Jahren immer noch in der Lage, alle diese Grundformen fehlerlos zu fahren.

Zirkus pur!

Conny Kissling, meine erfolgreichste Nachfolgerin des kraftlosen Skifahrens, wurde zur unschlagbaren Ballett-Königin. Leider wurde diese Königsdisziplin nicht ins olympische Programm aufgenommen. Stattdessen das mörderische Buckelpistenrasen – die perfideste Form von Körperterror (Kniegelenke). Die Skiakrobatik hat sich in die Lüfte verzogen. Zirkus pur! Die Skier werden lediglich noch als Beschleunigungs- und Landungsgeräte benutzt. Mit Skifahren hat diese Disziplin leider nur noch wenig zu tun. Für die Zuschauer jedoch – Faszination total!

Und trotzdem hat sich die Skiakrobatik gegen den klassischen alpinen Skisport wie auch den Snowboardsport nie durchsetzen können. Das wird auch lange noch so bleiben!

Der Wert des Sports

Sport und die vielen verschiedenen Sportarten gehören heute zum Alltagsleben. Bewegung, Leistung und Entspannung sind fast so wichtig wie Beruf und Arbeit. Sport als Garant für die Volksgesundheit und Gleichgewicht zwischen Seele und Körper. Sportveranstaltungen, ein beachtlicher Beitrag unserer Volkswirtschaft.

Abgesehen von den gigantischen Veranstaltungen wie Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen, die oft in nationalistischen Wetteifer und Prestigehunger ausufern, sind regionale, kantonale und nationale Veranstaltungen von grösstem Wert. Für die Nachwuchsförderung, Teambildung, Willens- und Charakter-Schulung ist das Schweizer Vereinswesen eine Fundgrube immenser Wertschöpfung. Von unermesslichem Wert sind Sport und Sportveranstaltungen auch für den Tourismus, das Gastgewerbe, für das Bildungswesen, für die Volksgesundheit oder zur Integration von ausländischen Jugendlichen.

Ein grosser Dank gilt allen freiwilligen Mithelfern, die sich mit vorbildlicher Ausdauer und Begeisterung der Jugend zur Verfügung stellen. Immer mit der gleichen Zielsetzung, aus der Summe ihrer Anstrengungen Weltmeister und Olympiasieger zu ermöglichen. Dies im Einklang mit den Athleten führt zum Erfolg – zum Stolz unserer Nation. 

Art Furrer, «der Mann mit dem Hut», gilt als Vater der Skiakrobatik. Im Rhonetal aufgewachsen, wanderte er mit 22 Jahren in die USA aus, wo er als Skilehrer arbeitete und zum Showstar heranwuchs. Nach seiner Rückkehr in die Schweiz gründete er die Art Furrer Hotels. Heute ist Art Furrer 73 Jahre alt, war auf allen 48 Viertausendern der Schweiz und würde gerne auch mit 90 noch aufs Matterhorn steigen.
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