7. Februar 2011, swiss.olympic

Weltmeister nach Verzweiflungsakt

Endlich! Ab heute stehen unsere Skihelden in Garmisch-Partenkirchen an der WM. Didier Cuche hat die Chance, seinen Titel zu verteidigen. Und auch Carlo Janka und Silvan Zurbriggen sind auf Medaillenjagd. Hoffentlich erfolgreich. Und gut gewachst. Denn...

...so viel Glück wie Bernhard Russi an den Weltmeisterschaften in Val Gardena 1970 werden sie wahrscheinlich nicht haben: Nachdem damals die beiden ersten Schweizer zwei und mehr Sekunden Rückstand auf die besten Zeiten von Karl Cordin und Karl Schranz aufwiesen, mussten die Verantwortlichen feststellen, dass die Schweizer verwachst und keine Chance mehr auf einen Medaillenplatz mehr hatten.

Es blieben nicht einmal mehr fünf Minuten bis zum Start des dritten Schweizers Bernhard Russi, als dieser dem Vorschlag zustimmte, einfach das Wachs herunterzureissen. Mit wilder Gewalt kratzte der Servicemann am Ski. Ratternd und kreischend flog die Ziehklinge über die Lauffläche, während Russi in der ganzen Hektik Ruhe bewahrte. «Ich habe mich nie durch Kleinigkeiten beeindrucken lassen. Ein paar Kratzer im Ski können mir nichts anhaben, jetzt kann es nur noch besser gehen.» Russi glaubte beim Start genauso an seine Chance, wie er es vor dem Verzweiflungsakt getan hatte. Nichts störte seine Fahrt. Ein entfesselter Russi flog zum Erstaunen aller Wachsspezialisten seinem Weltmeistertitel entgegen.

Es war einmal Olympia... In dieser Serie erzählen wir Ihnen Anekdoten und Geschichten aus über 100 Jahren Olympia.
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