22. Februar 2010, christof.kaufmann

«Oh, look, a Swiss, they got the nicest clothes!»

Zwei Wochen Olympia sind bereits vorbei (das Führungsteam war bereits ein Woche vor der Eröffnung vor Ort mit den letzten Vorbereitungen beschäftigt), vieles haben wir schon erlebt hier in Kanada, und noch liegt fast eine ganze Woche vor uns. 

 

Beide olympischen Dörfer sollen ja einen schönen Fitnessraum haben. Die habe ich zwar bis jetzt noch nicht von innen gesehen, aber man muss nur zu ungeduldig sein, um auf den Lift zu warten, dann erledigt sich das von selbst. Unser Büro und auch mein Zimmer sind im 14. Stock, und die beiden Lifte sind sehr langsam und sehr gut benutzt (die Japaner benutzen ihn auch, um ein einziges Stockwerk zu überwinden). Zwar bin ich nach dem Treppensteigen jeweils nicht sehr gesprächig, dafür ein wenig gesünder. Leider brauche ich oben angekommen jeweils ein Praliné oder ein Stück Schoggi, um wieder auf die Beine zu kommen, wahrscheinlich mache ich insgesamt rückwärts.

Unsere Kleider mögen ja Geschmackssache sein, aber eines ist sicher: Den Kanadiern gefallen sie. „You guys got nice shoes!“ „I like the Swiss bags.“ “Oh, look, a Swiss, they got the nicest clothes.” Tja, das muss man geniessen, wann bekommt man schon täglich mehrere Komplimente für seine Kleider? Wir sind jetzt sowieso die Heroes hier im Moment. Kanadier lieben gutes Eishockey, und das hat die Schweizer Mannschaft gegen Kanada gezeigt. „You’ve got a good defence!“, „Good game, man!“ und so weiter bekommen wir von Kanadiern zu hören, wann immer sie entdecken, dass sie einen Schweizer vor sich haben.

Mein persönliches olympisches Highlight habe ich auf der Skeleton-Bahn erlebt. Und zwar jeweils dann, wenn die besten Fahrer schon längst im Ziel waren. Zwanzig japanische Journalisten, die sich um Kazuhiro Koshi drängen, der mit etlichen Rumplern als Zwanzigster ins Ziel gekommen ist, und die jedes seiner Worte heftig nickend notieren. Ander Mirambell aus Spanien, der die drittschlechteste Zeit fährt und von den spanischen Fans im Ziel tobend und singend („Eviiiva España!“) empfangen wird. Das ist Olympia.

Christof Kaufmann ist Medienchef von Swiss Olympic

 

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