21. Juli 2010, urs.hunkeler

Naturschutz und Spitzensport gehen Hand in Hand

Die Ruderwelt Luzern gehörte im vergangenen Jahr zu den Preisträgern des Prix Ecosport. Die Organisatoren wurden damit in ihrem Bestreben bestätigt, eine sportliche Grossveranstaltung nach ökologischen und ethischen Prinzipien durchzuführen. Ein umfassendes Umweltkonzept und insbesondere der sorgsame Umgang mit dem Naturschutzgebiet rund um den Austragungsort haben die Jury dazu bewogen, den Ruder-Weltcupfinal auszuzeichnen.

Nun treffen im Gebiet um den Luzerner Rotsee verschiedene Interessen aufeinander. Der Luzerner Rotsee ist ein Naturschutzgebiet mit kantonaler Schutzverordnung und neben der Nutzung des «Göttersees» für den Rudersport ist dieser auch Zentrum eines Naherholungsgebietes für die Bewohner der angrenzenden Gemeinden.

Die Studie «Zukunft Rotsee und Rudersport», welche von allen Interessenvertretern gemeinsam in Auftrag gegeben wurde, hat jetzt aufgezeigt, dass es durchaus möglich ist, sämtliche Bedürfnisse unter einen Hut zu bringen. Allerdings nur, wenn die Schutz- und Nutzungsräume klar definiert sind.

Klare Regeln ermöglichen auch in Zukunft WM
Als Veranstalter der Ruderwelt Luzern steht der Regattaverein hinter den Ergebnissen der Studie und ist bereit, gemeinsam mit den Vertretern von Kanton und Gemeinden klare Regelungen aufzustellen.

Diese Regelungen werden es ermöglichen, dass auf dem Rotsee in Zukunft nicht nur Weltcuprennen, sondern auch wieder Ruderweltmeisterschaften ausgetragen werden können. Die Bewerbung für die WM 2011 war an der veralteten Infrastruktur gescheitert. Die Studie «Zukunft Rotsee und Rudersport» zeigt nun aber Lösungsmöglichkeiten auf, wie eine moderne Infrastruktur und der Umweltschutz miteinander zu vereinbaren sind.

Bedürfnisse des Rudersports…
Um mittelfristig auf dem Rotsee internationale Ruderwettkämpfe durchführen zu können, bedarf es dringend einer Erweiterung des Ruderzentrums – wobei die Studie zeigt, dass nur ein Neubau eine weit reichende Entlastung des Rotseeufers und der Rotseewiese ermöglichen würde. Zudem sind ein neuer Zielturm, eine Datenleitung, ein zusätzlicher Auswasserungssteg und die Aufwertung einiger Uferwege und Zufahrten nötig.

Eine umsichtige Planung und gleichzeitige ökologische Ersatz- und Ausgleichsmassnahmen machen solche infrastukturellen Erweiterungen möglich, ohne das Natur- und Erholungsgebiet zusätzlich zu belasten.

…mit Naturschutzgedanken in Einklang bringen
Als verantwortungsbewusste Organisatoren, denen das Wohl von Natur und Erholungssuchenden am Herzen liegt, ist der Regattaverein gerne bereit, zu allen erdenklichen Schutzmassnahmen Hand zu bieten. Schliesslich wird der Prix Ecosport nicht als blosse Genugtuung empfunden, sondern ist auch Ansporn, einen Grossevent wie die Ruderwelt Luzern in einem sozial und ökologisch verträglichen Rahmen durchzuführen.

Wie solche ökologische Ausgleichsmassnahmen aussehen könnten, lässt sich am Beispiel einer Erweiterung der Infrastruktur im Bereich Rotseewiese zeigen. Neben einem neuen Auswasserungssteg ist dort auch der Bau einer Aussichtsplattform für Coaches und Teammanager geplant. Das Schilfgebiet, das einer solchen Plattform weichen müsste, könnte in unmittelbarer Nachbarschaft frisch angepflanzt werden. Es können so die Bedürfnisse des Rudersports mit Naturschutzgedanken in Einklang gebracht werden.

Urs Hunkeler ist Präsident des Regattavereins Luzern

ecosport.ch ist die nationale Umweltplattform für Sportveranstalter zur Verbesserung der Umweltperformance. Das Programm unter der Leitung von Swiss Olympic wird getragen von den Bundesämtern BAFU, BASPO, ARE und BFE. Jährlich vergibt ecosport.ch maximal 30 000 Franken Preisgeld an Sportveranstalter aus der ganzen Schweiz, die überzeugende Massnahmen und Ideen zum Schutz von Umwelt und Mensch umgesetzt haben. Um die Planung und Umsetzung nachhaltiger Massnahmen so einfach wie möglich zu machen, wurde die Informationsplattform kürzlich neu überarbeitet.

Print this

Kommentare

Powered by BlogEngine.NET
Design von Philipp Furrer, Barbara Kohler und Andy Müller