Alles begann so gut gestern Morgen. Martina van Berkel schwamm die zweitbeste Zeit von allen Schwimmerinnen, unser Inliner Christian Oberbichler konnte einige vor ihm gestartete Gigathleten überholen und auch ich, zuständig für die Radstrecke, fühlte mich nach dem ersten Tag wieder frisch und gut erholt.
(Video: Madlaina Schaad)
Tatsächlich fand ich schnell meinen Rhythmus und konnte zu einer Gruppe aufschliessen. Doch nach rund 20 Kilometern, bei einem kleinen Aufstieg, gab es einen Knall und nichts ging mehr. Der Wechsler hatte sich verbogen und sich in den Speichen und im Kranz verheddert. Über den Defekt fluchend sass ich nun am Strassenrand und konnte nichts tun. Die Motivation war am Ende. Da ich kein Handy dabei hatte, konnte ich nicht einmal mein Team informieren. Erst nach rund 30 Minuten gelang es mir, mit einem Handy von einem Fotografen Kontakt mit meinen Teamkollegen aufzunehmen.
Mit dem Citybike über den Jaunpass
Wie ich später mitbekommen sollte, nahm der Speaker in Thun die telefonisch durchgesickerte Information auf und fragte salopp in die Zuschauermenge der Wechselzone Thun, ob jemand ein Fahrrad für einen 2-Meter-Mann übrig habe. Tatsächlich bekam ich nach rund zwei Stunden am Strassenrand wartend und praktisch allen Radfahrern zusehend, wie sie vorbeibrausten, ein Ersatzfahrrad.
Nun ja, es war ein Citybike ohne passendes Klick-Pedal. Ich schwang mich also mit frischer Motivation auf mein neues Fahrrad und nahm die Verfolgung in Angriff. Doch die Lust verging mir schnell. Alles schmerzte! Aufholen mit dem Citybike war fast unmöglich. Es kam immer wieder der Gedanke vom Aufgeben. Doch ich kämpfte mich Kilometer um Kilometer durch und dachte stets an mein Team. Jetzt aufgeben? Nein, das konnte ich meinem Team nicht antun.
Langsam, aber sicher verstrich die Zeit, um rechtzeitig den Jaunpass zu meistern und in Zweisimmen anzukommen. Die letzten 16 Kilometer absolvierten wir im Duo. Steffi aus einem anderen «Team of five» und ich pushten uns ins Ziel. Und tatsächlich, es reichte. Eine Minute vor Kontrollschuss überquerte ich die Ziellinie und übergab den Zeitmess-Chip an Pesche Stähli, welcher die Bikestrecke in einer Wahnsinns-Zeit hinunter brauste.
Auch Céline Koch, unsere flinke Bergläuferin, gab auf der Laufstrecke noch einmal alles und konnte einige hinter sich lassen. Glücklich, aber todmüde von den 7 ½ Stunden auf der Velostrecke, kam ich mit meinen vier Teamkameraden im Ziel an. Wow, was für ein Erlebnis. Wir haben alle gekämpft, gelitten und mit den anderen mitgefiebert und wir haben es zusammen geschafft. Trotz Panne, trotz Krämpfen und Sonnenbrand - wir sind Gigathlon 2010-Finisher! D33SA3UKPHEH