Schon vor Monaten haben wir in der National League das Thema Respekt auf und neben dem Eis aufgenommen. Ich persönlich bin zutiefst davon überzeugt, dass jeder von uns im täglichen Leben ethische Verantwortung übernehmen und leben muss. Deshalb haben wir nun gemeinsam mit der Pat Schafhauser Stiftung und mit «cool and clean» die mehrjährige Kampagne «Respect on and off the ice» lanciert.

Respekt auf dem Eis bedeutet für uns nicht Schwachstrom-Eishockey, im Gegenteil; Eishockey ist hart, kampf– und körperbetont. Der Respekt unter den Spielern hat aus unserer Sicht absolute Vorbildwirkung – für die Fans im Stadion, aber auch für die Fernsehzuschauer zu Hause.
Und was bedeutet Respekt im Stadion? Wir – die National League, die Clubs und die Spieler – wollen eine gute Stimmung in den Stadien, die auch mal Hühnerhaut auslöst. Die faszinierenden und vielseitigen Choreografien der Fans sind Teil unserer Meisterschaft. Dies soll aber im gegenseitigen Respekt zwischen Fans, Zuschauern, Spielern, Coaches und Clubfunktionären passieren!
Ganz konkret soll die Kampagne «Respect my head» dazu beitragen, dass wir dank den Bemühungen der Pat Schafhauser Stiftung die Anzahl der Hirnerschütterungen reduzieren können. Normalweise heilen Hirnerschütterung ohne Folgen, bei falschem Verhalten können sie jedoch Spätfolgen haben. Deshalb wollen wir mit den Trainern und Spielern einen verantwortungsvollen Umgang mit Symptomen von Hirnerschütterungen vermitteln. Und unsere Schiedsrichter werden ab sofort Checks gegen den Kopf rigoros bestrafen. Die IIHF-Regelanpassungen liefern die Grundlagen dazu.
«Drink with respect» ist die Botschaft von «cool and clean» in der kommenden Saison und bedeutet, dass die Stadionbetreiber die gesetzlichen Vorschriften beim Alkoholausschank respektieren müssen.
Wir müssen diese ethische Verantwortung wahrnehmen und dürfen sie nicht an andere delegieren. Es gilt, dieses zentrale Thema sensibel anzugehen, in unserem Umfeld umzusetzen und auch unser persönliches Leben konsequent mit Respekt zu gestalten. Gerade in heiklen Situationen – und die gibt es hin und wieder im Eishockey wie überall sonst auch – müssen wir uns immer wieder selbst fragen, ob wir jetzt tatsächlich den notwendigen Respekt vor etwas oder vor jemandem zeigen.
Mit der Kampagne «Respect on and off the ice» macht das Schweizer Eishockey einen grossen Schritt in diese Richtung.
Werner Augsburger ist Direktor der National League.