Am 31. Januar bin ich in Vancouver angekommen und seit dem 3. Februar bin ich hier im olympischen Dorf in Whistler. Es war eine sehr intensive Zeit seither. Zusammen mit Susanne Böhlen und dem Swiss Olympic Team haben wir in den ersten Tagen die logistischen Herausforderungen mit Anreisen, Gepäckannahme, Einrichtung der Räume, Kleideraufteilung und nicht zuletzt der Zuteilung der Zimmer gemeistert. Nach all dem Organisieren habe ich mich dann sehr gefreut, als die Athletinnen und Athleten, Trainer und Betreuer endlich im Dorf eintrafen. Endlich ging’s los, mit der Eröffnungsfeier und den ersten Wettkämpfen. Wow! Die erste Goldmedaille und ich war dabei an der Schanze: Super-Simi! Doch kaum angefangen, kommt wieder ein neues Gefühl auf: Die ersten reisen nach nur einem Wettkampf schon wieder nach Hause.

Madeleine Erb mit Gian Gilli
Nach Salt Lake 2002 und Turin 2006, wo ich als Assistentin der Generalsekretärin des Internationalen Skiverbandes dabei war, sind das meine dritten Olympischen Spiele. Es macht Spass, Teil des Swiss Olympic Teams zu sein, es ist ein ganz anderes Erlebnis als bei den zwei vorherigen Spielen. Eine spannende Aufgabe, die ich hier in Whistler erfülle. Mein Hauptaugenmerk liegt in der Unterstützung der Teams, vor allem der Herren und Damen im Ski Alpin. Beispielsweise habe ich eine kleine Aufgabe gefasst: die Athleten kurz nach der Zieleinfahrt mit unserer Kommunikationschefin zu verbinden, damit die schreibende Presse wegen ihren Redaktionsschlüssen in Europa ein Zitat zum Rennen bekommt. Nicht immer einfach, wenn der Athlet oder die Athletin enttäuscht im Zielraum ankommt. Und bei den Damen funke ich die Zeiten zu den Trainern hoch und verteile den Athletinnen die Zielkleider.
Die beiden schönsten Erlebnisse waren die Zieleinfahrten von Défago und Janka und die anschliessenden spontanen Feiern im „Chophouse“. Gefreut hat mich natürlich auch die Bronzemedaille von Silvan, die wir ausgiebig im Schweizer- und anschliessend im Jamaica-Haus gefeiert haben. Man beachte: Jamaica - Winterspiele - ein Athlet im Skicross gemeldet. Das erinnert mich irgendwie an „Cool runnings“…
Freud und Leid liegen jedoch nah beieinander. Wenn Athletinnen und Athleten, die sich über die ganzen letzten Jahre auf dieses grosse Ereignis vorbereitet haben und dann ihre Bestleistungen am Tag X nicht voll abrufen können, dann sind Enttäuschung und Wut gross. Dann sind da die Athleten, die sich verletzen oder krank sind und dadurch nicht starten können oder handicapiert an den Start gehen. Schliesslich viele Topleistungen, die leider bei Olympischen Spielen nicht viel zählen, weil die Medaillen knapp verpasst wurden. Trotzdem haben wir bisher eine extrem gute Medaillenbilanz: 6 Goldene und 2 Bronzene. Liebe Athletinnen und Athleten, macht uns weiter so Freude…