Wenn die Trainer der besten Schweizer Schwimmerinnen und Schwimmer zusammensitzen, sich austauschen und gemeinsam Ziele setzen, nennt man dies Coach Circle. Der Schwimmverband hat Coach Circles vor einem Jahr eingeführt und sie haben sich bewährt: als Austauschplattform für die Trainer von potenziellen Olympiakandidatinnen und -kandidaten.
Als Swiss-Olympic-Verbandsberater wurde ich zum letzten Coach Circle von Swiss Swimming im Juni eingeladen und konnte den Trainern verschiedene Inputs geben. Häufig hilft es den Verbänden, wenn sie von uns Rückendeckung für ihre Anliegen erhalten. In meinem Referat habe ich die Trainer in erster Linie dazu aufgerufen, gemeinsam für ein Ziel zu arbeiten: Olympia. Dazu müssen sie zwingend die Athleten ins Zentrum stellen.
Wir müssen in unserem kleinen Land aus einem kleineren Athletenreservoir schöpfen als unsere Nachbarländer. Deshalb müssen die Verbände, National- und Heimtrainer besonders behutsam mit dem vorhandenen Potenzial umgehen und gemeinsam ihre Kompetenzen zugunsten der Athleten einsetzen. «Gärtlidenken» und «Futterneid» haben hier keinen Platz. Gerade deshalb bringe ich mich gerne bei Initiativen wie dem Coach Circle von Swiss Swimming ein, denn dieser macht die Trainer durch den gemeinsamen Nenner «Olympische Spiele» zu Partnern. Swiss Swimming übt damit eine Vorzeigerolle aus.
Die Schweiz will zu den besten 25 Nationen der Welt gehören
In Peking war die Schweiz auf Rang 33 im ungewichteten Nationenranking (mit sieben Medaillen), wobei Swiss Olympic verglichen mit (vergleichbaren) Nationen wie Norwegen, Österreich und Schweden eine schlechte Erfolgsausbeute hatte, was die Anzahl Medaillen im Vergleich zur Anzahl Athleten anbelangt. Unser Ziel in London 2012 heisst Top 25. Swiss Olympic erwartet von den Verbänden klare Strategien, wie dieses Ziel von ihrer Seite angestrebt wird. Auch von den Trainern: Es ist wichtig, dass sie gemeinsam alles unternehmen, um ihre Athleten möglichst professionell und sinnvoll auf dieses Ziel hin zu trainieren. Ab Herbst 2010 werden wir auch ein «Olympic Coach Training Program» für definierte Top-Trainer der Verbände anbieten.

Verbandsberater Patrick Buchs auf Rekognoszierungsreise in London Ende Juni 2010.
Studium und Job können warten
Nebst diesen Informationen konnte ich den Trainern auch ganz persönliche Inputs und Erfahrungen aus meiner bisherigen Karriere als Spitzensportler und Nationaltrainer mitgeben, beispielsweise diese:
- Eigenmotivation ist der Schlüssel zum Erfolg.
- Spitzensport ist eine gute Lebensschule. Studium und Job können warten. Es interessiert niemanden, ob ein Athlet, eine Athletin das Studium mit 25 oder 30 abschliesst.
- Der Trainer, die Trainerin muss den Athleten früh ein Verständnis für die Trainingsinhalte und die technischen Aspekte vermitteln. Sie sollen verstehen, was sie machen, und sich mit ihrem Sport auseinandersetzen.
- Ein chinesisches Sprichwort besagt: Der Körper kann nur dorthin gelangen, wo der Geist schon war!
Ein Coach Circle kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, das vorhandene Know-how umzusetzen. Denn gerade das ist die Stärke in der Schweiz: Die Wege sind sehr kurz, das ermöglicht problemlos eine sinnvolle Zusammenarbeit und einen erfolgreichen Austausch. Diese Chance müssen wir nutzen.
Patrick Buchs ist Verbandsberater bei Swiss Olympic.