8. März 2011, toni.nötzli (si)

Fabian Cancellara im Fahrplan

Mit Tirreno - Adriatico und Paris - Nizza wird die Rad-Saison in Europa so richtig eingeläutet. Fabian Cancellara ist optimistisch, dass er in den Klassikern Mailand - San Remo, der Flandern-Rundfahrt und Paris - Roubaix eine gute Figur machen wird.

Cancellara mit der nachträglichen Silbermedaille von Peking 2008

«Im Moment habe ich keine Sorgen. Bis jetzt habe ich alles richtig gemacht», erklärte der Berner und veranschaulicht seinen Eindruck am Beispiel des Naturstrassenrennens «Strade Bianche» in der Toskana, in dem er am letzten Samstag den fünften Platz belegte: «Es handelte sich um eine extrem harte, hektische Angelegenheit. Ich kam mit der Spitze ins Ziel. Das war letztes Jahr nicht der Fall gewesen.»

Der Berner hatte in der Katar-Rundfahrt aus einer Trainingsphase heraus «in den Lenker gebissen» und anschliessend bei der Bergankunft in der Oman-Rundfahrt erstmals Zufriedenheit verspürt. Danach hatte der Zeitfahren-Olympiasieger und -Weltmeister seine Vorbereitungen auf den Kanarischen Inseln fortgesetzt, um einerseits der Kälte in Mitteleuropa auszuweichen, aber auch, um grosse Umfänge und Berge zu fahren. «Vor Jahresfrist war ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht so weit. Eigentlich läuft im Moment alles nach Plan», hält Cancellara ruhig fest.

Fabian Cancellara an der Tour de France 2010 (Bild: Tim de Waele)

Mit der «Classicissima» Mailand - San Remo, der Flandern-Rundfahrt sowie Paris - Roubaix hat Cancellara in seiner elften Profisaison im Frühjahr die gleiche Ziele gesetzt wie schon vor zwölf Monaten. Wird dieses Programm nicht langweilig? «An der Motivation mangelt es nicht», wehrt der Berner ab, «ich habe noch viel Energie für diese Rennen». Sowohl in Flandern wie auch über die Kopfsteinpflaster im Norden Frankreichs wird er als letztjähriger Sieger mit der Startnummer 1 an den Start gehen. Für Cancellaras Festhalten an den guten Gewohnheiten gibt es aber auch noch einen anderen Grund: «Ich habe den Willen noch nicht, um einen anderen Klassiker wie beispielsweise Lüttich - Bastogne - Lüttich ins Auge zu fassen.»

Die Einsätze bleiben gleich, aber für Fabian Cancellara hat sich wenigstens teilweise die Umgebung gewechselt. Der Berner hat vom Team Saxo Bank des Dänen Bjarne Riis zur Luxemburger Mannschaft Leopard-Trek der Brüder Fränk und Andy Schleck gewechselt. «Der Wechsel war nicht gross. Ein Teil der Fahrer hat gewechselt, ebenso ist ein Teil der Mitarbeiter zur neuen Sportgruppe gekommen. Das war für mich ein wichtiger Faktor, weil ich sonst zu viel Energie verbraucht hätte», sagt Cancellara. Es herrsche eine gute Atmosphäre im Team. Der Betrieb sei in kürzester Zeit gut angelaufen. Dominic Klemme erlöste das Team am 2. März von der Sieglosigkeit. Der Deutsche gewann das Memorial Samyn in Fayt-le-Franc (Be).

Er wolle sein Wissen weitergeben, Einfluss nehmen, dazu beitragen, dass das Team weiterkomme, so Cancellara, der am 18. März - am Vortag von Mailand - San Remo - seinen 30. Geburtstag feiern kann. An sich selbst hat der Berner festgestellt, dass er Details noch genauer pflegt wie früher: «Ich bin noch pingeliger, noch extremer geworden.» (si)

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Kategorien: Athleten

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