Die Olympischen Spiele begannen für fast alle von uns in Winnipeg, Manitoba. In der kanadischen Provinz bereiteten wir Eishockeyaner uns auf das beste Eishockey-Turnier aller Zeiten vor. Wir wussten alle, dass wir zu viele Spieler waren, und dass noch drei von uns die Heimreise würden antreten müssen. Ein unglückliches Los für die Betroffenen, aber letztendlich „part of the game“.

v. l.: Mathias Seger, Mark Streit, Yannick Weber, Philippe Furrer
Als einziger Ersatzspieler durfte ich nach Vancouver mitreisen. Schon nur am olympischen Dorf schnuppern zu können, war ein Erlebnis. Nachdem Goran Bezina noch verletzungsbedingt ausfiel, wurde der olympische Traum für mich von einer Sekunde auf die andere Tatsache. Nie werde ich den Moment vergessen, als ich den Anruf erhielt, dass ich sofort meine Sachen zusammenpacken und zur Mannschaft stossen solle. Diese befand sich zu diesem Zeitpunkt an der Medienkonferenz im „House of Switzerland“. Was für ein Moment, als ich als offizieller Olympionike zum Team stossen durfte. Mannschaftskollegen und Medien begrüssten mich herzlich, es war wahrlich ein spezieller Tag in meinem Leben. Als ich dann 48 Stunden später mein Trikot überstreifen konnte, ging für mich ein grosser Traum in Erfüllung.
Allerdings muss man solche Erlebnisse schnell abhaken können. Man stellt sich, in welcher Rolle auch immer, in den Dienst des Teams und versucht, die Aufgaben, die einem gestellt werden, so gut wie nur möglich zu lösen. Das ist uns nicht so schlecht gelungen. Nach dem Sieg in der Qualification Round gegen Weissrussland stehen wir im Viertelfinal des besten Eishockeyturniers aller Zeiten.
Nie hätte ich mir vorstellen können, was Olympische Spiele bedeuten. Als Eishockeyaner in Kanada, dem Mutterland dieses Sports, ist es noch viel eindrücklicher. Eishockey bedeutet hier alles. Das merkt man in jeder Sekunde. Teil dieses einmaligen Erlebnisses zu sein, ist unbeschreiblich. Dies in Worte zu fassen ist schwierig. Wahrscheinlich werde ich einige Zeit brauchen, um diese Erlebnisse zu verarbeiten. Auch wenn uns der Alltag bald wieder einholen wird.