Tennis in Wimbledon, Fussball im Wembley-Stadion, Triathlon im Hyde Park – das sind nur einige der spektakulären Austragungsorte der Olympischen Sommerspiele London 2012. Eine Delegation von Swiss Olympic sammelte erste Eindrücke vor Ort.
Tausende Bauarbeiter, hunderte Lastwagen und Dutzende von Kränen sind auf der riesigen Baustelle im Osten Londons beschäftigt. Im Stadtteil Stratford entsteht der so genannte «Olympic Park». In zwei Jahren werden hier 10'000 Athleten ins olympische Dorf einziehen, wird im Olympiastadion die Eröffnungsfeier zelebriert, werden im fischförmigen, silbern glänzenden Schwimmstadion die weltbesten Schwimmer gegen Michael Phelps antreten. Bereits im Sommer 2011 sollen die meisten Wettkampfstätten fertig gestellt sein und Testwettkämpfe stattfinden. Die Bauarbeiten schreiten planmässig voran, davon überzeugte sich eine Schweizer Delegation unter der Führung von Chef de Mission Gian Gilli Ende Juni.

Olympiastadion
«Die Schweiz ist meine zweite Heimat»
Begrüsst wurde die 30-köpfige Gruppe aus der Schweiz im Hauptsitz des Organisationskomitees LOCOG vom Vorsitzenden höchstpersönlich, dem ehemaligen Weltklasse-Mittelstreckenläufer Sebastian Coe. «Die Schweiz ist meine zweite Heimat», verriet Coe, der von seinen Mitarbeitenden ehrfurchtsvoll mit «Lord Coe» angesprochen wird. Er erinnere sich noch gut an seinen ersten Wettkampf im Zürcher Letzigrund im Jahr 1979. «Danach habe ich jedes Jahr an Weltklasse Zürich teilgenommen und im Sommer in Magglingen unter grossartigen Bedingungen trainieren können. Ich verspüre deshalb eine grosse Dankbarkeit gegenüber der Schweiz», sagte Coe.
Sportbegeisterter Botschafter
Neben der Besichtigung des «Olympic Park» und weiterer Wettkampfstätten, dem intensiven Austausch mit Vertretern des Organisationskomitees und delegationsinternen Sitzungen stand auch ein Besuch der Schweizer Botschaft auf dem Programm. Botschafter Alexis P. Lautenberg freute sich in seiner kurzen Ansprache vor der Delegation darüber, dass er aus der gleichen Gegend stammt wie Missions-Chef Gian Gilli und zeigte sich stolz darüber, dass seine Botschaft über eine «sports attachée» verfügt, eine Verantwortliche für Sportfragen. «Wahrscheinlich sind wir weltweit die einzige Botschaft mit einer solchen Attachée», sagte der Botschafter.

Aquatic Centre
Achillesferse Verkehr?
Eine der wichtigsten Botschaften, welche die Teamchefs und das Führungsteam von Swiss Olympic zu hören bekamen: Die U-Bahn ist der beste Weg, um in London vorwärts zu kommen. Dies betonten gleich mehrere Vertreter des Organisationskomitees. Dass der Verkehr beziehungsweise dessen Bewältigung eine der grössten Herausforderungen für alle Beteiligten darstellen wird, war der Swiss-Olympic-Gruppe schon kurz nach der Ankunft vor Augen geführt worden. In der U-Bahn vom Flughafen ins Zentrum hiess es bereits nach zehn Minuten: «Rauch im Tunnel. Bitte alle aussteigen.»

Basketball Arena und North Greenwich Arena
Dass dies im Londoner Untergrund nichts Aussergewöhnliches ist, wurde im Gespräch mit Einheimischen schnell klar. Dass aber das Auto keine Alternative zur U-Bahn darstellt, wurde den Schweizer Besuchern ebenso deutlich klar gemacht. Da mag es zwar beeindrucken, dass BMW als Sponsor dem Organisationskomitee und den Delegationen aller Länder insgesamt 4000 Autos zur Verfügung stellen wird. Nur: Was nützt das schönste Auto, wenn es im Stau steht? Die Vertreter des LOCOG sind aber überzeugt, dass sich mit den geplanten Massnahmen – beispielsweise für den olympischen Verkehr gesperrte Strassenspuren, Steuerung der Verkehrsampeln, Verkehrspolizisten – ein Verkehrs-Chaos verhindern lassen wird.

Schweizer Delegationsmitglieder (Medienchef Christof Kaufmann ganz rechts) mit LOCOG-Vertreterinnen.
Der Grundstein ist gelegt
Das wichtigste Ziel der dreitägigen Reise bestand für die Teilnehmenden aber nicht im Besichtigen, sondern im gegenseitigen Kennenlernen. Das Führungsteam von Swiss Olympic und die 20 Teamchefs, von denen einige in dieser Funktion noch nie an Olympischen Spielen teilgenommen haben, werden in zwei Jahren für das Gelingen der Mission verantwortlich sein. Den Grundstein dafür haben sie Ende Juni in London gelegt.
Christof Kaufmann ist Medienchef von Swiss Olympic