
Foto: Swiss Olympic
Der Schweizer Sport verdient endlich eine professionelle Unterstützung. Die Rahmenbedingungen müssen verbessert werden und die Anerkennung in der Gesellschaft muss steigen. Schliesslich vertreten Athletinnen und Athleten, aber auch unsere einheimischen Sportveranstaltungen unser Land auf der internationalen Bühne.
Mein Sportlerherz blutet nach dem Volksentscheid vom 3. März. Aber als Sportler stehe ich wieder auf und setze den Wettkampf fort – für den Schweizer Sport, seine Nachwuchs- und Spitzensportler und die Sportveranstalter in diesem Land.
Aus sportlicher, aber auch aus touristischer Sicht dürfen Graubünden und die Schweiz nicht aufhören, Sportveranstaltungen von Weltniveau durchzuführen. Denn es sind solche Veranstaltungen, welche der Welt zeigen, dass Davos mehr ist, als das WEF und St. Moritz mehr, als Champagner und Kaviar. Es sind solche Veranstaltungen, die der Schweiz helfen, sich einen Platz auf der Weltkarte des Wintertourismus zu sichern.
Die Herausforderung erzeugt das Wir-Gefühl
Das Val Müstair hat mit seiner ersten Tour-de-Ski-Etappe einen tollen Wettkampf organisiert, Lantsch wird im nächsten Winter folgen. Die Bob-WM im Januar war ein voller Erfolg, und die Ski-WM 2017 wird St. Moritz genauso herausfordern wie der Spengler Cup Davos, das Weltcup-Finale die Lenzerheide oder das Snowboard European Open Laax.
Und um genau diese Herausforderung geht es: Sie erzeugt das Wir-Gefühl, welches wir in dieser Abstimmung so schmerzlich vermissten. Zusammen etwas auf die Beine zu stellen, ohne als Erstes gleich an eine gute Entlöhnung oder die momentane Umsatzsteigerung des eigenen Betriebes zu denken. Etwas für die Allgemeinheit zu tun, in einem Team von Gleichgesinnten.
Im Schweizer Sport leisten fast 800'000 Freiwillige über 70 Millionen Arbeitsstunden pro Jahr. Sie sind es, die den Sport am Leben erhalten. Ich rufe Sie alle auf, Ihre lokalen Sportveranstaltungen und -vereine genauso zu unterstützen, wie Sie uns unterstützt haben! Für den Sport, für die Jugend und für unseren Kanton Graubünden.
Gleichzeitig danke ich Ihnen allen für Ihre grosse Unterstützung für Graubünden 2022. Die Enttäuschung ist gross, aber wer ein Sportler ist, steht auf und macht weiter.
Gian Gilli
Direktor Graubünden 2022, Champfèr