
Ich habe einen Traum: eine Heimat für den Schweizer Spitzensport, einen Schweizer Olympia-Stützpunkt. Wobei: Eigentlich ist es schon kein Traum mehr, sondern ein konkretes Ziel! Die Norweger haben schon seit gut zwanzig Jahren das Olympiatoppen in Oslo . Auch andere Nationen, beispielsweise Frankreich, haben einen Olympia-Stützpunkt. Ich bin davon überzeugt, dass ein solches Zentrum bei uns sehr viel Energie freisetzen könnte. Das ist wichtig, denn der Schweizer Spitzensport braucht immer wieder neue Impulse, wenn wir international mithalten wollen. Die Entwicklung ist immens.
Austausch zwischen den Sportarten fördern
Ein Olympia-Zentrum würde uns auf vielen Ebenen helfen. Wir könnten Synergien zwischen den Sportarten besser nutzen. Wir hätten nur noch eine Anlaufstelle für alle Gesprächspartner. Wir könnten das vorhandene Wissen besser bewahren. Durch die vielen personellen Wechsel im Spitzensport verlieren wir unheimlich viel Know-how, jedes Jahr. Ich denke an übergreifende Trainingsangebote, wie beispielsweise ein perfekt ausgerüsteter Kraftraum des Olympia-Zentrums, in dem sich alle Spitzenathleten des Landes treffen und austauschen können. Auch in anderen Bereichen wie der Leistungsdiagnostik, der Sportpsychologie, der Sportmedizin, der Materialentwicklung, der Trainerbildung würde ein Olympia-Zentrum den Austausch zwischen den Sportarten fördern.
Ein Vorzeigeprojekt mit internationaler Strahlkraft
Eine Vision braucht einen Fahrplan. Gemeinsam mit meinem Team werde ich dem Exekutivrat von Swiss Olympic bis im Frühling 2011 eine Machbarkeitsstudie vorlegen, in der wir Fragen wie die Investitionen, die Betriebskosten, den Standort oder den rechtlichen Rahmen klären werden.
Was den Standort angeht, muss dieser nicht zwingend in Magglingen sein, obwohl dort schon viel Infrastruktur vorhanden wäre. Wir werden das sehr genau evaluieren. Ich bin überzeugt, dass ein solcher Stützpunkt für eine grössere Stadt sehr interessant sein könnte: ein Vorzeigeprojekt mit internationaler Strahlkraft. Das bedeutet aber nicht, dass ich das Haus des Sports in Ittigen auflösen will. Das bleibt natürlich. Dort werden mehrere Fachverbände und Swiss Olympic unter einem Dach verwaltet. Das ist ein bestechendes Konzept. Aber im sportlichen Bereich müssen wir näher zur Praxis.
Mentalität gegenüber dem Spitzensport ändern
Und was die Finanzierung angeht: Ein solches Projekt hat grosses Marketingpotenzial. In anderen Ländern werden die Olympiastützpunkte teilweise von der freien Wirtschaft gesponsert. Wir müssen die Mentalität in unserem Land gegenüber dem Spitzensport ändern, wir müssen uns mit einem offenen, grosszügigen Denken dem internationalen Wettbewerb stellen. Deshalb brauchen wir diesen Olympia-Stützpunkt!