Ich sitze im Bus auf der Rückreise. Das Erlebnis EYOF neigt sich dem Ende zu und nun ist es Zeit für einen Rückblick.
Mit grosser Freude nahm ich damals das Ergebnis der Qualifikationsrennen für das spätere EYOF entgegen. Nun stand fest, dass ich am EYOF dabei sein würde. Damit ging ein Kindheitstraum in Erfüllung.

Dieses Jahr darf ich FIS-Rennen bestreiten und bisher läuft es sehr gut. Ich konnte schon recht viele Punkte sammeln. Und weil bei praktisch allen Rennen mein Name, Dario Caviezel, an erster Stelle der Jahrgänge 94 und 95 auf der Rangliste zu sehen war, rechnete ich mir schon eine Medaillenchance für das EYOF aus.

Am 12. Februar fuhren wir nach Liberec, und am Tag darauf wurde das Festival spektakulär eröffnet. Ich hatte die grosse Ehre, unsere Schweizerflagge ins Stadion zu tragen. Dies erfüllte mich mit Stolz. Und am Dienstag feuerte ich dann meine Teamkollegen beim Boardercross an. Hier durften wir Schweizer gleich drei Medaillengewinner feiern.
Renntag
Je 16 Fahrer vom blauen und 16 vom roten Kurs kommen in das Sechszehntelfinale. In den ersten Läufen muss man versuchen, die Tore möglichst sicher zu meistern. Das ist mir gut gelungen: Ich qualifizierte mich als Vierter für das Sechzehntelfinale. Dort traf ich unglücklicherweise auf Valery Kollegov, welcher im ersten Qualifikationslauf die Laufbestzeit aufstellte. Im zweiten Lauf war er allerdings gestürzt und lag deshalb nur auf dem 13. Rang.
Alles oder nichts, lautete jetzt mein Motto. Auf dem blauen Kurs gelang mir ein guter Lauf und ich konnte mich um 0.6 Sekunden von Valery Kollegov distanzieren. Nun startete ich auf dem roten Lauf: Mit der Unterstützung meiner Teamkollegen und meiner Familie kam ich gut vom Start weg. Ich war leicht in Vorsprung, aber der hartnäckige Russe gab nicht auf. Er kam in den letzten Toren Zentimeter für Zentimeter an mich heran, und dann passierte es: Im zweitletzten Tor machte ich einen kleinen Fehler und kam in den weichen Schnee. Das kostete Zeit. Zu viel Zeit, wie ich später erfahren musste, genauer gesagt 0.03 Sekunden. Deshalb schied ich leider schon so frühzeitig aus. Das war eine grosse Enttäuschung für mich.
Immerhin klassierte sich David Müller auch noch auf dem 10. Schlussrang. Er fuhr ein starkes Rennen und verpasste das Achtelfinale um nur 13 Hundertstelsekunden.
Die Enttäuschung über den 9. Schlussrang und die verpasste Medaille ist gross. Aber die Motivation, es in den nächsten Rennen wieder besser zu machen, ist umso grösser.
Mein persönliches Fazit
Es war eine sehr eindrückliche und lehrreiche Woche, die wir in Liberec verbringen durften. An dieser Stelle will ich mich auch bei Swiss Olympic für die super Organisation bedanken. Nun hoffe ich, dass ich weiterhin gute Resultate erzielen kann und den Spass am Sport nicht verliere.
Dario Caviezel war Mitglied des Snowboardteams EYOF Liberec 2011.
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