Im Herbst 2007 war ich das erste Mal in London und verliebte mich gleich in die Stadt. Mit einer Kollegin spielte ich damals für ein paar Tage Touristin und verbrachte die Zeit mit Shopping und Sightseeing. Doch schon damals hatte ich ein spezielles Gefühl und wusste, dass ich nicht das letzte Mal in dieser Stadt war. Im 2009, drei Jahre vor den Olympischen Spielen, fand dann zum ersten Mal ein Triathlon-Weltcuprennen im Hydepark statt. Ich war natürlich mit dabei und wurde Sechste: Das kühle Klima, das ruhige Wasser im kleinen See, wo sonst die Enten baden, sowie die flache Laufstrecke liegen mir gut.

In London mit Lukas Salvisberg
Für mich waren Peking die ersten Olympischen Spiele als Teilnehmerin. Der eindrücklichste Moment war, als ich an der Schlussfeier mit dem Swiss Team im «Vogelnest» stand und der typische rote London-Bus einfuhr. Da wusste ich, was ich wollte: eine Medaille in vier Jahren an den Spielen in London 2012.
Mit dem siebten Rang in Peking erfüllte ich die Kriterien als Swiss Olympic Top Athlete. Die Unterstützung von Swiss Olympic (und von meinem Hauptsponsor Erdgas) ermöglicht es mir, dass ich mich voll auf den Sport konzentrieren und im Winter in Australien trainieren kann. Der Fokus dort ist jeweils zu 100 Prozent auf den Sport gerichtet. Dies ist der einzige Weg, um noch ein Stück besser und schneller zu werden.
Momentan bereite ich mich in Australien auf die Saison 2010 vor. Mein Ziel in diesem Jahr war, meine Schwimmleistung über 1500 Meter um 20 Sekunden zu verbessern. Deshalb habe ich im Winter mit dem berühmten russischen Schwimmtrainer Gennadi Touretski zusammengearbeitet. Mal schauen, ob es in dieser Saison schon reicht, um regelmässig mit den Besten aus dem Wasser zu kommen.

Im Laufen fehlt mir noch am meisten auf die Weltspitze. In den letzen zwei Jahren verbesserte ich meine Laufzeit über 10 Kilometer um zwei Minuten. In diesem Jahr ist es mein Ziel, die 10 Kilometer in 34 Minuten zu laufen. Somit habe ich dann noch zwei Jahre Zeit, um eine Minute schneller zu werden…
Ihr fragt euch vielleicht, wie ich das schaffen will. Hm, das weiss ich auch noch nicht genau. Ich würde mal sagen: «hard work…» 130 Kilometer pro Woche laufen waren in diesem Winter keine Seltenheit, dazu viele harte Runden auf der Bahn. Mit meinem neuen australischen Coach sowie starken Trainingspartnern wie Emma Moffat (Weltmeisterin 2009) glaube ich, auf einem guten Weg zu sein. Solange ich weiss, dass ich alles dafür getan habe, mein Ziel zu erreichen, werde ich auch mit dem Resultat zufrieden sein.
Im Juni 2010 beginnt bereits die Qualifikation für die Spiele. Ich hoffe von ganzem Herzen, dass ich nicht das letzte Mal in London war. Und 2012 will ich ganz bestimmt nicht als Tourist dorthin gehen.
Mehr über mich, mein Training, meine Reisen und Rennen sowie meinen Weg nach London könnt ihr unter www.danielaryf.ch erfahren.
Cheers,
Daniela