
Sechs Tage ist es her, seit ich in Zürich aus dem Flieger gestiegen bin – zurück vom «European Youth Olympic Festival» in Rumänien. Es war ein einmaliges und wunderschönes Erlebnis, das ich nicht so schnell vergessen werde!
Ich hatte die ganze Zeit das Gefühl, ich sei an den richtigen Olympischen Spielen. Wie die «Grossen» haben auch wir alle eine rot-weisse Suisse-Team-Kleidung und eine Akkreditierung getragen. Es gab ein Olympic Village, in dem wir Sportler wohnten – insgesamt fast 1000 aus 45 Ländern. Und was fast am ungewohntesten war: Zum allerersten Mal hat mich das Fernsehen live übertragen. Das war irgendwie ein komisches Gefühl! Aber es war fantastisch, auf «olympischem Eis» mein Können zu zeigen, auch wenn mir nicht alles perfekt gelungen ist.
Als Einzelsportlerin bin ich meistens alleine mit meiner Trainerin unterwegs. Es war aufregend, nun für eine Woche Teil eines Teams zu sein und mit den anderen Sportlern gemeinsam die Schweiz vertreten zu dürfen. Das gegenseitige Anfeuern und die grosse Unterstützung vom gesamten Team war für mich eine neue Erfahrung und etwas unbeschreiblich Schönes.

Das Hotelzimmer habe ich mir mit drei Biathletinnen geteilt. Wir hatten in dieser Woche viel Spass miteinander. Zu Hause flechtet normalerweise meine Mutter meine Wettkampffrisur, jetzt hat meine Zimmergenossin Lena zweimal eine tolle Frisur gezaubert. Julia und Sandrina durften sie als erste bestaunen – richtige Teamarbeit!

Im Schweizer Team waren nicht nur Biathleten, sondern auch Snowboarder, Skirennfahrer, Eishockeyspieler und Langläufer. Wir haben jeweils mit den Schweizern aus den anderen Sportarten mitgefiebert und uns am Abend erkundigt, wie es gelaufen ist. Leider blieb mir nicht allzu viel Zeit, um die anderen Wettkämpfe zu schauen – zum Ski alpin und zum entscheidenden Eishockeymatch habe ich es aber geschafft.
Ich habe in Brasov sehr viele Leute kennengelernt, nicht nur aus dem Schweizer Team, sondern auch aus anderen Nationen. Unter anderem habe ich meine Eiskunstlauf-Freundin Melisa aus der Türkei wiedergesehen. Wir hatten uns im letzten Herbst an einem internationalen Wettkampf kennengelernt, der ebenfalls in Rumänien stattfand. Seither sind wir übers Internet immer in Kontakt geblieben. Die gleiche Leidenschaft für den Sport zu haben, das gleiche Ziel zu verfolgen, das verbindet uns. Dass wir uns so schnell wiedersehen würden, hätten wir aber nicht gedacht.
Ich werde die spezielle Atmosphäre und den grossartigen Wettkampf mit Sicherheit nie vergessen. Liebes Swiss Olympic Team, vielen herzlichen Dank, dass ich das erleben durfte!
Tanja Odermatt ist eines von 53 Schweizer Talenten, welche vom 17. bis 22. Februar am European Youth Olympic Festival in Brasov (Rumänien) teilnahmen. Sie glänzte mit einer persönlichen Bestleistung im Kurzprogramm und zeigte mit dem sechsten Schlussrang (bei fast 30 Konkurrentinnen) eine starke Leistung.
Bilder: Swiss Olympic, Kurt Schorrer