Thomas Zumbrunn, wohnhaft in Sissach und Gigathlet der frühen Stunde, hat nach der Bekanntgabe des Swiss Olympic Gigathlon 2012 zusammengefasst, weshalb er von der Streckenwahl durch seine Heimat begeistert ist und welches seine ganz persönlichen Highlights sind. Ausserdem hat er uns ein kleines Geheimnis verraten...Weiter...
Die fünf Teams «St. Gallen 1 - 5» oder einfach die Giga's, wie sie sich selber nennen, sind so richtig angefressene Gigathleten mit Team Spirit. So liessen sie anfangs September mit einem Schlusshöck auf dem Säntis nochmals den Gigathlon 2011 Revue passieren. Ramona Thoma, die «back office lady » fasste zu diesem Anlass das Geschehen 2011 nochmals originell zusammen und wir möchten Euch diesen Beitrag nicht vorenthalten - wer weiss, vielleicht findet Ihr Euch wortwörtlich selbst darin wieder?

«On the rocks» – schon das Motto liess die diesjährigen Gagathleten, ehm, tschuldigung, Gigalos und GiGazellen wissen, dass es beim bevorstehenden Anlass nicht nur um Cool Runnings für Spaziergänger, sondern um specktacoolair-e Strecken für Geili Siechä ging. «On the rocks» – ja, als Durstlöscher war nicht nur Rivella aus der Weiter...
«Simon! Simon!!! Simon!!!» - «Da!» - «Hier!» - «Fabienne!» - «Annemarie! A.N.N.E.M.A.R.I.E.!» - «Wo?!?» - «Hier! Hier!!!» So wird es bald in den Wechselzonen tönen. Im Gegensatz dazu herrscht morgens kurz nach fünf in Turtmann noch die Ruhe vor dem Sturm. Trotz bereits emsigem Treiben im Camp.

Ankunft auf der Plaine Morte (Foto: Swiss Olymic/www.steineggerpix.com)
Die Sonne steht noch tief am Himmel, die Schatten sind noch lang an diesem wolkenlosen Samstagmorgen. Die Single und Couple sind soeben Richtung Sion losgerollt. Die Team of Five starten um acht. Ein harter Tag wartet auf sie: Weiter...
Einige Fakten zum Einstieg: 127 Kilometer Rennvelo, 86 Kilometer Bike, 52 Kilometer Inline-Skating, 29 Kilometer Laufen und 6 Kilometer Schwimmen. 340 Kilometer insgesamt. Das mag einen Ausdauersport-Experten noch nicht aus den Socken hauen, zumal es 112 Kilometer weniger sind als im vergangenen Jahr. Aber vielleicht dies: 11‘111 Höhenmeter in zwei Tagen.

Foto: Swiss Olympic/www.steineggerpix.com
5300 Gigathleten und ihre 400 Supporter. 2400 Igluzelte und 43‘317 Mahlzeiten. Ein GIGAntisches Festzelt. 3000 Meter Absperrgitter und 260 mobile Toiletten. 45 Shuttle-Züge und ebenso viele Shuttle-Busse, welche die Gigathleten an die richtigen Orte bringen. Mehr als 2000 Organisatoren und freiwillige Helfer. Das ist der Gigathlon 2011.
Zeltmeer statt Düsenjets
Es ist Freitagnachmittag. Allmählich Weiter...
Ich freue mich, dieses Wochenende nach längerer Abwesenheit wieder am Gigathlon am Start zu sein. Wieder im Couple mit Adi, meinem Mann, als Team RADYS.com. Vor rund drei Wochen begann mit dem Startschuss der ELSA Bike Trophy in Estavayer mein persönlicher Gigathlon-Countdown. Mein letztes Bike-Rennen lag zu dem Zeitpunkt schon eine schöne Weile zurück. Aber nun wollte ich vor dem Gigathlon meine Form testen und mir vor allem noch etwas «Rennhärte» verleihen.

Rita und Adi beim Zieleinlauf am Gigathlon 2007 (Foto: Swiss Olympic)
Seitdem ich zweifache Mutter bin, hat sich mein Trainingspensum um rund 50 Prozent reduziert. Somit ist es sehr unwahrscheinlich, mein früheres Niveau zu erreichen. Trotzdem: Weiter...
Seit dem unvergesslichen Gigathlon an der Expo.02 bin ich als Ressortleiter Catering für die Verpflegung der Sportler und Helfer verantwortlich.
Seither passieren mir jedes Jahr auch lustige, heikle und bemerkenswerte Geschichten. So beobachtete ich einmal bei einem Kontrollgang durch die Fassstrasse, nach ca. zwei Stunden Nachtessensausgabe einen Gigathleten, der offensichtlich sehr hungrig eine Gabel Maiskörner in den Mund schiebt. Er verbrennt sich zwar den Mund, scheint das Essen aber dennoch zu geniessen. Sofort begebe ich mich in die Produktion, suche den Verantwortlichen der Küche und stelle ihm die Frage: «Warum kann sich ein Sportler am Maissalat den Mund verbrennen?» Dieser ganz aufgelöst: «Ich weiss es wirklich nicht!» Die genaue Abklärung ergibt dann, dass aus Versehen der Maissalat aufgeheizt wurde. Einige Befragungen bei den Gigathleten ergibt, dass das «Maisgemüse» hervorragend mundet und mit der sämigen und leicht säuerlichen Sauce erfrischend schmeckt. Also haben wir von da an den Maissalat erhitzt, keine einzige Beschwerde erhalten, im Gegenteil: viel Lob!
Über 50’000 Mahlzeiten in drei Tagen
Auch am Gigathlon 2011 werden wir in den drei Tagen wieder über 50’000 Mahlzeiten für die Gigathlon-Community bereitstellen. Ein Gigathlon-Tag beginnt früh – und für unser Catering-Team noch früher: Jeweils ab 3 Uhr morgens bieten wir den Sportlern ein reichhaltiges Frühstück mit frisch aufgebackenen Brötchen. Auch der «Lunch Bag» mit dem Mittagessen muss bereits beim Frühstück bereit sein, damit die Gigathleten diesen mitnehmen können. Natürlich bieten wir auch warme Pasta-Menus für Single- und Couple-Gigathleten entlang der Strecke an. Das sind etwa 300 bis 400 pro Tag.

Ab 17 Uhr werden in den Verpflegungszelten (dieses Jahr gleich an zwei verschiedenen Standorten – Leukerbad und Turtmann) während acht Stunden je ein Fleisch- und ein Vegi-Menu angeboten. Ich als Ressortleiter Catering stehe mit meinem Namen dafür, dass auch die letzten der über 6000 Nachtessen, die ausgegeben werden, gute Qualität haben und nicht verkocht sind. Weiter...
Aktivferien im Gigathlon-Camp auf Fuerteventura – was in meinem Umfeld auf wenig Verständnis stiess (ich wurde als Spinner bezeichnet), war einfach genial. Und ja, vielleicht sind alle, die in so einem Camp ihre Ferien verbringen, Spinner. Nun, ich nehme Letzteres an. Dies an all meine Kritiker im Voraus.
Das OK des Gigathlon organisierte das Ausland-Camp in Zusammenarbeit mit Eitzinger Sport das erste Mal auf Fuerteventura. Das Camp richtete sich an Gigathleten sowie an jene Leute, die einfach mal am berühmt-berüchtigten Gigathlon-Spirit schnuppern wollten. Und genau dieser Gigathlon-Spirit vereinte unsere heterogene Gruppe innert weniger Tage zu einer verschworenen Einheit. Gigathlon eben.
Auf den ersten Blick gab es im Camp Teilnehmer, denen der Begriff Ausdauersport stärker vertraut schien als anderen – mich selbstverständlich eingeschlossen. Auf den ersten Blick gab es Teilnehmer, die als Paar anreisten. Und auf den ersten Blick hatte es unter den Teilnehmern Männer wie Frauen, wie am Gigathlon natürlich auch. Letzteres war aber auch schon das Einzige, in dem mich mein erster Blick nicht getäuscht hatte.

Am ersten Tag sattelten wir als erstes unsere Rennräder. Vom ersten Kilometer an gaben Bennie (Gigathlon Man 2004) und Corsin (Projektleiter Gigathlon) Vollgas, um alle Teilnehmer auf Herz und Niere zu testen. Die Bedingungen dazu waren optimal. 25 Grad im Schatten, beinahe wolkenloser Himmel und hoch motivierte Teilnehmer. Test bestanden, lautete das Fazit nach dem ersten Tag. Weiter...
Als wir nach der erfolgreichen Besteigung des Ninchin Kangsa (Tibet, 7206m) in das Advanced Base Camp (ABC) des Cho Oyu (Tibet, 8201m) kommen, fühle ich mich gleich heimisch. Wie am Gigathlon reiht sich Iglu-Zelt an Iglu-Zelt. Insgesamt sind gegen 400 Personen im Camp versammelt und warten in der dünnen Höhenluft auf 5500m auf besseres Wetter.

Ansonsten kann der Gigathlon von diesen kommerziellen Expeditionen lernen. Das Essenszelt ist nicht zu vergleichen: Bequeme Campingstühle mit Lehne anstelle von harten Holzbänken. Sogar Blumen schmücken die Tische. Wenn auch solche, die höhentauglich sind und kein Wasser benötigen. Und dann gibt es nach dem Essen für jeden eine warme Bettflasche mit in den Schlafsack. Weiter...
Der Gigathlon 2010 ging ohne mich über die Bühne – zum ersten Mal seit 2004!! Nach der gesundheitlich bedingten Aufgabe am Gigathlon 2007 wollte ich es 2009 noch einmal wissen. Gut vorbereitet trat ich an. Während dem Schwimmen wurde es mir jedoch an beiden Tagen total schwindlig und ich musste erbrechen. Trotzdem beendete ich den Gigathlon, wenn auch «kraftlos». Eine Woche später fand mein Hausarzt den Grund: ein ausgerenkter Halswirbel. Daraufhin schränkte ich das Schwimmtraining ein. Vom Gigathlon nahm ich trotzdem mit schönen Erinnerungen Abschied.

Ich hatte ja im gleichen Jahr noch ein zweites Ziel, die Tortour, Nonstop über 1000km um die Schweiz. Die drei mitstartenden Frauen waren alle schon länger in dieser Ultracyclingszene. Deshalb rechnete ich mir keine grosse Chance aus, ganz vorne mitzumischen. Zu meiner eigenen Verblüffung stand ich das Ganze gut durch und erreichte als einzige Frau das Ziel; und das hat mich halt angesteckt. Weiter...
Bereits vor dem diesjährigen Gigathlon habe ich anhand von Karten und mit besonderem Augenmerk auf logistische Herausforderungen ein erstes Konzept für den Gigathlon 2011 erstellt. Dann machte ich mir auf zwei Biketouren ein erstes Bild der (noch geheimen) Region, in welcher der nächste Gigathlon stattfinden soll. Am vergangenen Wochenende haben wir nun zusammen mit 25 Ressortleitern auf der Testtour die Strecke des Gigathlon 2011 «auf und mit Herz und Nieren» geprüft.

Projektleiter Corsin Caluori (rechts) bespricht mit Ressortleiter «Bike»
Simone Righenzi mögliche Routenvarianten
Die Testtour ist immer wieder ein Highlight im Gigathlon-Kalender. Dabei geht es nicht nur darum, verschiedene Varianten zu prüfen und möglichst viele Eindrücke und Bilder von der Strecke zu Weiter...