Es gibt Momente im Leben eines Spitzensportlers, die darf man zweifelsohne als Scheidepunkt bezeichnen. Der weitere Verlauf der Karriere kann dann in die eine oder die andere Richtung laufen. Der 11. August 2008 war für mich genau ein solcher Moment.
Damals hatte ich eigentlich vorgehabt, mich souverän für das Halbfinale der Wildwasser-Slalomkanuten an den Olympischen Spielen in Peking zu qualifizieren. Anstatt um die Medaillen mitzukämpfen, endete der Wettkampf für mich aber zum ersten Mal überhaupt an einem Grossanlass in der Qualifikation bereits vorzeitig. Souverän war an meinem Auftritt in China höchstens mein Abgang. Ich hätte damals genügend Gründe gehabt, mein Paddel gleich vor Ort im Kanu-Zentrum von Shunyi für alle Zeiten in die Ecke zu stellen.

Heute, gut zwei Jahre später, bin ich froh, es nicht gemacht zu haben. Es ist ein interessantes Phänomen, aber ich werde von meinem erweiterten Umfeld nur gefragt, wieso ich mir das eigentlich antue, immer noch zu paddeln, wenn ich sportlich gesehen gerade durch schwierige Zeiten gehe. Weiter...