3. März 2010, martina.gasner

Welcome back!

Didier Défago war der Erste. Ich und mein Team ein bisschen nervös, aber eigentlich hatten wir zusammen mit den Verantwortlichen am Flughafen ja alles gut geplant. Die Zonen abgesperrt, die Sponsoren-Banner am richtigen Platz aufgehängt, Didiers Flug war pünktlich, seine Familie am Gate, um ihn abzuholen; seine Fans in der Ankunftshalle bereit, ebenso die Journalisten. Und ich. Wir warteten eine ganze Weile. Aber unserem Abfahrts-Olympiasieger gönnen wir ein paar ruhige Minuten vor dem Sturm.

Dann endlich kommt er. Die Goldmedaille hat er um den Hals, doch kaum ist er draussen, steckt er sie sich in die Hosentasche. Hallo? Das Ding ist das Objekt der Begierde, du kannst es doch nicht verstecken! Auf meine Bitte hin zieht er sie dann doch wieder an. Sie sei halt schwer, meint er. Die Fotografen danken ihm mit einem Blitzlichtgewitter. Ich begleite Défago durch die Mixed-Zone, Mikrofone sind rund um sein Gesicht, Kameralichter blenden, Fragen prasseln auf ihn ein. Schliesslich wollen die Journis alle noch mit ihrem Beitrag in die 6-Uhr-Nachrichten.

Mein Blick schweift während einer seiner Antworten einen Augenblick nach unten und bleibt an der Goldmedaille hängen. «Die ist ja riesig», schiesst es mir durch den Kopf, «wunderschön». Wow, da steckt eine grandiose Geschichte dahinter. Die Medaille verzaubert mich fast ein bisschen – doch dann konzentriere ich mich wieder auf meinen Job. Später werde ich von einigen Freunden die Bitte erhalten, von den Stars Autogramme zu holen, wenn ich doch schon so nahe an ihnen dran sein darf. Ich werde es jedoch jedes Mal vergessen. Ich denke in diesem Moment einfach nicht dran. Sorry!

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