14. Mai 2012, manuela.ryter

«Wir haben gefroren in London»

25. April 2012, manuela.ryter

Vom Höchststand der Technik und anderen Dingen

14. Juni 2011, manuela.ryter

Weitsprung statt Blindflug – dank freiwilligen Guides

Mit vollstem Vertrauen in seinen Guide springt Lukas Hendry über sechs Meter ins Nichts – er ist einer der weltweit besten blinden Weitspringer. Ohne Freiwillige, die ihm in Training und Wettkampf die Augen ersetzen, wäre sein Erfolg undenkbar.

Lukas Hendry steht kerzengerade auf der Weitsprungbahn. Er hebt die Arme nach vorne. Mit leisen Aufforderungen zupft sein Guide Roman Thomet an ihm herum. Er richtet ihm die Füsse aus, die Hüfte, die Schultern, den Kopf. Jede Körperachse muss exakt die richtige Position haben, damit der Athlet, wenn er dann in voller Geschwindigkeit losläuft, auch in die exakt richtige Richtung rennt. Und damit er nach dem Absprung auch wirklich im Sand landet. 

Während Hendry unbeweglich in dieser Position verharrt, rennt sein Guide zur Weitsprunggrube, stellt sich in die Mitte der Bahn und beginnt mit seinem akustischen Signal: «Ta-Ta-Ta», ruft er laut und klatscht den Takt dazu. Hendry beugt sich vor, geht ein wenig in die Knie, in Startposition. Und läuft los. Volle Geschwindigkeit. Genau acht Doppelschritte. Dann springt er ab. Ins Nichts. In vollem Vertrauen in den Guide, der ihm in diesem Augenblick die Augen ersetzt.

Schneller Aufstieg

Hendry ist blind. Wegen einer angeborenen Krankheit sah der heute 32-Jährige aus Düdingen im Kanton Freiburg schon immer schlecht. Vor neun Jahren dann kam das, wovor er sich immer gefürchtet hatte: Weiter...

25. Mai 2011, manuela.ryter

«Ich werde die Schweizer Athleten mit offenen Armen empfangen»

Der Schweizer Philipp Mosimann sorgt in London mit dem Edel-Catering-Service «Mosimann’s Club» für kulinarische Höhenflüge, auch im Britischen Königshaus. An den Olympischen Spielen in London 2012 ist Mosimann – selbst Extremsportler – nicht nur für das Catering des House of Switzerland verantwortlich, sondern unterstützt die Schweizer als Attaché des Swiss Olympic Teams. Mit sehr viel Stolz, wie er im Interview betont.

Philipp Mosimann, vor kurzem servierten Sie den Gästen von Prinz William und Kate das Hochzeitsmenu, nächsten Sommer während der Olympischen Spiele in London werden Sie für die Schweiz im Einsatz stehen. Welcher Event hat mehr Bedeutung für Sie?

Beide Events sind für mich absolut gleich wichtig, beide machen mich sehr stolz. Für uns ist jeder Gast, den wir bedienen, eine Ehre. Wir wollen, dass er bei uns eine unvergessliche Erfahrung macht. Ich bin stolz, sehr stolz, die Schweiz in London repräsentieren zu dürfen. Und ich freue mich sehr darauf.


Perfektes Team (1): Philipp Mosimann (ganz rechts) mit seinem Vater (links) und seinem Bruder (Mitte) Bilder: zvg

Sie werden während den Spielen die Gäste des House of Switzerland verköstigen. Ausserdem gehören Sie als «Attaché Swiss Olympic Team 2012» fast ein bisschen zur Schweizer Delegation. Worauf freuen Sie sich am meisten? Weiter...

27. April 2011, manuela.ryter

«Ich hatte als Spitzensportler ein privilegiertes Leben geführt»

Stefan Kobel war im Team mit Patrick Heuscher nahezu unschlagbar – bis er 2006 aufhörte. Heute ist der Olympiadritte von Athen 2004 Vater, Trainer und Leiter des neuen Nationalen Leistungszentrums von Swiss Volley in Bern.

Stefan Kobel, Sie waren bis Ende 2006 Beachvolley-Profi. Was waren die Gründe für Ihren Rücktritt vom Spitzensport?

Der Hauptgrund war meine Wettkampfmüdigkeit. Ich war zwar gut organisiert, aber das Leben als Beachvolley-Profi wurde zur Belastung, auch gesundheitlich. Fit und gesund zu sein, um gute Resultate zu bringen, war bis dahin immer im Zentrum meines Lebens gestanden. Gesund zu bleiben wurde immer mehr zum Stress. Ausserdem suchte ich neue Herausforderungen und hatte Lust, einen neuen Lebensabschnitt zu beginnen und eine Familie zu gründen. Ich wollte für den Rücktritt einen Moment erwischen, an dem ich noch stolz auf meine Leistung sein konnte. Für mich war immer klar, dass ich nicht spiele, bis ich aus den Ranglisten falle.

Worauf freuten Sie sich nach dem Rücktritt am meisten?

Darauf, dass die Reiserei und der Wettkampfstress vorbei waren und dass ich die Prioritäten in meinem Leben wieder einmal anders setzen konnte. Ich freute mich auf den neuen Lebensabschnitt und war sehr offen, um neue Sachen anzugehen. Nicht dass ich vorher wegen des Sports auf bestimmte Sachen hätte verzichten müssen – ich hatte mein Sportlerleben in vollen Zügen genossen. Trotzdem Weiter...

25. März 2011, manuela.ryter

«Als Sportler profitiere auch ich von den unzähligen freiwilligen Helfern»

Sie sind Trainerinnen und Materialchefs, Sekretäre und Vorstandsmitglieder: Tausende Freiwillige in den Schweizer Sportverbänden. Jedes Jahr investieren sie viele Stunden in ihren Verein – gratis und franko. Was treibt sie an? Unter (vielem) anderen das Mitspracherecht, sagt Felix Weilenmann, die gute Seele des Triathlonvereins Triclub Seeland. Denn «Freiwillige denken mit – sie sind keine Angestellten, die nur ausführen» (Goldene Regel in der Freiwilligenarbeit Nr. 2).

Ohne sie wäre der Schweizer Sport tot: Die Tausenden Freiwilligen, die jedes Jahr zig Stunden für ihren Verein einsetzen. Sie geben Trainings, sie coachen Jugendliche, sie organisieren Wettkämpfe, sie machen die Vereinsbuchhaltung, sie stellen Trainingslager und «Chlousehöcks» auf die Beine, sie dienen als Zeitmesser und Schiedsrichter, sie chauffieren Kids zum Fussballplatz, ins Hallenbad oder in die Berge zum Skirennen, sie schreiben Texte fürs Vereinsheft, sie suchen Sponsoren für ihre Talente, sie organisieren Material und geeignete Trainingsmöglichkeiten.

Insgesamt wurden im Jahr 2010 insgesamt 3,42 Millionen ehrenamtliche Stunden in den Schweizer Sport investiert, wie die kürzlich veröffentlichte Vereinsstudie aufgezeigt hat. Der Wert dieser Arbeit? Fast zwei Milliarden Franken! Nur dank dieser wertvollen und kostenlosen Arbeit ist es möglich, dass 1,6 Millionen Schweizerinnen und Schweizer, darunter 34 Prozent Kinder und Jugendliche, in knapp 21'000 Sportvereinen trainieren können, von denen 86 Prozent Wettkampfsport betreiben.


                                                                                                            Bild: Swiss Olympic

Doch was treibt diese vielen engagierten Menschen an? Weshalb verbringen sie ihre Abende mit unbezahlter Arbeit statt mit Kino? Weshalb fahren sie an ihren Wochenenden als freiwillige Helfer an Wettkämpfe statt in die Berge? Klar ist: So viele unterschiedliche ehrenamtliche Aufgaben es gibt, so viele Antworten gibt es auf diese Fragen. Es sei ein Geben und Nehmen, sagt der 38-jährige Felix Weilenmann, Ironman-Spezialist aus Aegerten bei Biel und die gute Seele des Triathlonvereins Triclub Seeland. Während seine zwei Buben um seinen Bürotisch im ausgebauten Estrich herumwuseln, erledigt er administrative Arbeiten für den Verein, an anderen Abenden leitet er Trainings oder denkt an Sitzungen über die Zukunft des Vereins mit. Und daneben legt er jede Woche schwimmend, rennend und radfahrend hunderte Kilometer zurück. Weiter...

7. März 2011, manuela.ryter

Im Gespräch mit Didier Défago: «Dank der Verletzung konnte ich den Olympiasieg verarbeiten»

Vor einem Jahr gingen in Vancouver die Olympischen Winterspiele 2010 zu Ende. Didier Défago kehrte als Olympiasieger nach Hause. Der Skistar, der diese Saison wegen einer Knieverletzung ausgefallen ist, sagt im Interview, welche Bedeutung Olympia-Gold für ihn hat.

Didier Défago, vor einem Jahr kehrten Sie als Olympiasieger von Vancouver zurück. Welche Momente sind in Ihrer Erinnerung noch am präsentesten?

Sicher die Siegerehrung. Ich sah meinen Bruder – er war der einzige meiner Familie, der in Vancouver dabei sein konnte –, das waren sehr grosse Emotionen. Aber auch die anderen Feiern und Ehrungen werde ich nie vergessen. Etwa der Empfang am Flughafen in Zürich oder die grosse Feier, die meine Gemeinde Morgins für mich machte.


                                                                                                                 Bild: Keystone

22 Jahre lang musste die Schweiz an Olympischen Spielen auf Gold in der Abfahrt, der Königsdisziplin, warten. Und dann kamen Sie. Wie viel Zufall spielt mit, ob man eine Olympiamedaille gewinnt oder nicht?

Sicher ist: Es ist sehr knapp, an der Spitze sind alle Athleten sehr eng beieinander. In Vancouver hatte der Sechstplatzierte der Abfahrt nur vier Zehntel Rückstand auf mich. Etwas Glück braucht man da immer. Die Form muss im richtigen Moment stimmen. Man muss überzeugt sein, dass man alles richtig gemacht hat. Dass das Konditionstraining perfekt war und das Material optimal läuft. Es braucht nicht viel und alles kippt auf die andere Seite – Glück und Pech sind sehr nah beieinander. Weiter...

17. Februar 2011, manuela.ryter

«Ich liebe die Geschwindigkeit»

Mit feinsten Körperbewegungen bringt «Swiss Olympic Top Athlete» Martina Kocher ihren Rodel auf Geschwindigkeiten bis zu 140 Stundenkilometern. Und sie wird immer schneller: Die 25-jährige Bernerin kommt der Weltspitze mit jedem Rennen etwas näher.

Martina Kocher ist jung, hübsch und vor allem: schnell. Mit ihrem Rodel jagt sie mit weit über 100 Stundenkilometern den Eiskanal hinunter. Und wäre sie nicht Rodlerin geworden, dann wahrscheinlich Skirennfahrerin. Oder sie hätte sich dem Motorsport gewidmet. Denn: «Hauptsache schnell», sagt die 25-Jährige. So sei sie schon immer gewesen – ob im Rodel oder auf den Ski.

Auf dem Rodel muss Kocher mit kleinsten Bewegungen auf die Geschwindigkeit reagieren können: «Ich muss sie fühlen», sagt die Bernerin. Es sei ein «cooles» Gefühl, so schnell im Eiskanal unterwegs zu sein: «Man spürt den Druck in jeder Kurve und nimmt den Zug mit – ich kann die Geschwindigkeit richtig geniessen.» Weiter...

3. November 2010, manuela.ryter

Team Cuche kämpfte mit Muskeln, Charme und Schlauheit

Statt auf eisigen Pisten kämpfte Skistar Didier Cuche am Sporthilfe Super10Kampf im ausverkauften Zürcher Hallenstadion als Gladiator gegen Ammann, Cologna, Kaeslin und Co. Ein langer Tag in der Arena.

Noch vor einer Woche stand Weltmeister Didier Cuche mit den besten Skirennfahrern der Welt als Favorit und Vorjahressieger am Start des ersten Weltcup-Rennens dieser Saison in Sölden. Jetzt sitzt er mit Eishockey-Star Patrick Fischer, Miss Schweiz Kerstin Cook und SonntagsBlick-Leser Arno Galmarini in einer Ecke des riesigen Hallenstadions und rüstet sich seit dem frühen Morgen im einzigen Super10Kampf-Training für die grosse Show am Abend. 12 000 Zuschauer werden die berühmten Gladiatoren im ausverkauften Hallenstadion frenetisch zum Riesenevent der Stiftung Schweizer Sporthilfe empfangen und ihre Teams bei den Spielen unter dem Motto «Hopp Schwiiz» zum Kämpfen anfeuern. Doch bis dahin steht den Gladiatoren noch ein langer Tag bevor.

Im sonst menschenleeren Stadion herrscht eine gute, ausgelassene Stimmung. Leichte Nervosität ist spürbar, wie am ersten Tag im Klassenlager. Spielabläufe einstudieren, ausprobieren, Aufgaben verteilen, Tricks und kleine Schummeleien ausdenken – Cuches frisch zusammen gewürfeltes Team ist aufgedreht und nimmt seine Sache ernst. Wenn auch immer mit einem Augenzwinkern. Sie seien das perfekte «Siegerteam», sagt Cuche schmunzelnd. «Wir haben Muskeln, wir haben Charme, wir sind schlau – wir haben alles, um den Super10Kampf zu gewinnen.» Weiter...

21. Juli 2010, manuela.ryter

«Innerhalb von sechs Minuten kann ein Traum platzen – oder sich erfüllen»

Sich für Olympia zu qualifizieren, sei fast schwieriger, als eine Olympiamedaille zu gewinnen, sagt Sophie Lamon. Die 25-jährige Walliser Degenfechterin, die kürzlich an der EM in Leipzip den 12. Platz holte, muss es wissen: London 2012 werden bereits ihre dritten Olympischen Spiele sein – falls sie die hohen Qualifikationshürden schafft.

Wie graue Teppiche durchziehen lange Bahnen die Halle des Lausanner Fechtklubs. In der Luft riecht es noch nach dem Training der Schüler, die sich nun aus ihren Fechtuniformen schälen und in den Umkleidekabinen verschwinden. Einige blicken dabei verstohlen zu Fabian Kauter, der in der offenen Nebenhalle mit Nationaltrainer Angelo Mazzoni tausendmal den gleichen Stoss trainiert. Und zu Sophie Lamon, einer der besten Fechterinnen der Schweiz, die in kurzen Pants und orangefarbenem Sportlertop die Halle hin und hertrippelt und sich für ihr Training aufwärmt - physisch und mental, denn Fechten verlangt totale Konzentration und Präzision.

Sophie Lamon kam extra für diese Trainingswoche des Nationalkaders von Paris, ihrer momentanen Heimat, angereist. In Kürze wird sie in Leipzig an der Europameisterschaft mit ihrem Team den dritten Platz der EM 2009 in Bulgarien verteidigen. «Das war damals ein supertoller Erfolg - im genau gleichen Team wie 2005, als wir an der Junioren-WM Gold holten.» Sie seien topmotiviert, diesen Erfolg zu wiederholen. Weiter...

Powered by BlogEngine.NET
Design von Philipp Furrer, Barbara Kohler und Andy Müller