Sie sind Trainerinnen und Materialchefs, Sekretäre und Vorstandsmitglieder: Tausende Freiwillige in den Schweizer Sportverbänden. Jedes Jahr investieren sie viele Stunden in ihren Verein – gratis und franko. Was treibt sie an? Unter (vielem) anderen das Mitspracherecht, sagt Felix Weilenmann, die gute Seele des Triathlonvereins Triclub Seeland. Denn «Freiwillige denken mit – sie sind keine Angestellten, die nur ausführen» (Goldene Regel in der Freiwilligenarbeit Nr. 2).
Ohne sie wäre der Schweizer Sport tot: Die Tausenden Freiwilligen, die jedes Jahr zig Stunden für ihren Verein einsetzen. Sie geben Trainings, sie coachen Jugendliche, sie organisieren Wettkämpfe, sie machen die Vereinsbuchhaltung, sie stellen Trainingslager und «Chlousehöcks» auf die Beine, sie dienen als Zeitmesser und Schiedsrichter, sie chauffieren Kids zum Fussballplatz, ins Hallenbad oder in die Berge zum Skirennen, sie schreiben Texte fürs Vereinsheft, sie suchen Sponsoren für ihre Talente, sie organisieren Material und geeignete Trainingsmöglichkeiten.
Insgesamt wurden im Jahr 2010 insgesamt 3,42 Millionen ehrenamtliche Stunden in den Schweizer Sport investiert, wie die kürzlich veröffentlichte Vereinsstudie aufgezeigt hat. Der Wert dieser Arbeit? Fast zwei Milliarden Franken! Nur dank dieser wertvollen und kostenlosen Arbeit ist es möglich, dass 1,6 Millionen Schweizerinnen und Schweizer, darunter 34 Prozent Kinder und Jugendliche, in knapp 21'000 Sportvereinen trainieren können, von denen 86 Prozent Wettkampfsport betreiben.

Bild: Swiss Olympic
Doch was treibt diese vielen engagierten Menschen an? Weshalb verbringen sie ihre Abende mit unbezahlter Arbeit statt mit Kino? Weshalb fahren sie an ihren Wochenenden als freiwillige Helfer an Wettkämpfe statt in die Berge? Klar ist: So viele unterschiedliche ehrenamtliche Aufgaben es gibt, so viele Antworten gibt es auf diese Fragen. Es sei ein Geben und Nehmen, sagt der 38-jährige Felix Weilenmann, Ironman-Spezialist aus Aegerten bei Biel und die gute Seele des Triathlonvereins Triclub Seeland. Während seine zwei Buben um seinen Bürotisch im ausgebauten Estrich herumwuseln, erledigt er administrative Arbeiten für den Verein, an anderen Abenden leitet er Trainings oder denkt an Sitzungen über die Zukunft des Vereins mit. Und daneben legt er jede Woche schwimmend, rennend und radfahrend hunderte Kilometer zurück. Weiter...