Kantone stellen Nachwuchsförderkonzepte vor

Bei der Nachwuchsförderung von Sporttalenten sind in erster Linie die Verbände, leistungssportfreundliche Schulen und Kantone involviert. Um deren Austausch zu fördern und sie auf den aktuellsten Stand zu bringen, organisiert Swiss Olympic zusammen mit «Jugend und Sport» jährlich die Nationale Konferenz Nachwuchsförderung. Die 11. Ausgabe fand vom 3. bis 4. Dezember 2013 in Magglingen statt.

Nachdem am ersten Tag der Werdegang der Athletinnen und  Athleten im Fokus stand, erhielten die Kantone am zweiten Tag die Möglichkeit, ihre jeweiligen Konzepte der Leistungssportförderung in einer Posterausstellung vorzustellen. Exemplarisch konnten ein Deutschschweizer Kanton (Aargau) und ein Kanton aus der Romandie (Genf) ihr Konzept in einer Präsentation dem Plenum vorstellen.

Aargau: Diverse Schulmodelle im Angebot
Seit rund zehn Jahren fördert der Kanton Aargau den Leistungssport. Seit April 2012 ist das aktuelle Konzept in der Umsetzung. Die Schulen erhalten die Unterstützungsgelder direkt vom Kanton, die individuell unterstützten Athletinnen und Athleten sowie die Teams vom Swisslos Sportfonds Aargau.
Beiträge erhalten grundsätzlich alle, welche die Bedingungen des Konzepts erfüllen. Bei den Auswahlkriterien hält sich der Kanton an die Vorgaben von Swiss Olympic (zum Beispiel bei der Vergabe der Talent Cards). Stolz ist der Kanton darauf, ein sehr gutes Angebot an diversen Schulmodellen zu haben. So kann ein Athlet bereits auf der Sekundarstufe 1 eine Sportklasse besuchen, an ein Sportgymnasium gehen oder eine leistungssportfreundliche Berufslehre absolvieren.
Durch die langjährige Förderung des Leistungssports kann der Kanton weitere Leistungen anbieten, welche über die finanzielle Unterstützung hinausgehen. So kann ein Aargauer Sportler dank Partnerschaften beispielsweise von Übernachtungsmöglichkeiten in einer Tennisschule oder von schnellem Zugang zu ärztlichen und physiotherapeutischen Dienstleistungen profitieren.
Schwächen ortet Harald Gloor von der Sektion Sport des Departements Bildung, Kultur und Sport in der knappen oder fehlenden Infrastruktur. Zudem bestehe beim Übergang von der Nachwuchs- in die Elitekategorie häufig eine Lücke bei der Unterstützung.

Genf: zwei Millionen jährlich für fünf Stützpunkte
Der Kanton Genf hat im November 2013 ein kantonales Konzept eingeführt. Während vorher jeder Verein auf sich alleine gestellt war, werden in einem ersten Schritt fünf Stützpunkte im Bereich der Mannschaftssportarten mit total über zwei Millionen jährlich unterstützt. Künftig will der Kanton auch immer mehr Einzelsportler unterstützen. Diese werden nach und nach ins Konzept eingebunden.
Die Gelder stammen von den Gemeinden, der Stadt Genf sowie dem Kanton Genf. Diese entscheiden auch über die Verteilung und die Höhe der Gelder.
Die Stärke dieses Konzepts sei die gemeinsame Förderung, sagt Cyril Brungger vom kantonalen Sportamt Genf.

Posterausstellung online
Was die Konzepte der Leistungssportförderung der weiteren Kantone beinhalten, kann online eingesehen werden. Unter folgendem Link sind die Poster aller Kantone aufgeschaltet:
11. Nationale Konferenz Nachwuchsförderung


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