«Der Start war ein überwältigender Moment»
Corsin Caluori trug am Gigathlon 2009 als Projektleiter erstmals die Gesamtverantwortung, nachdem er 2007 bereits Bereichsleiter Strecke und davor in verschiedenen anderen Funktionen für den Gigathlon tätig war. Der 32-jährige Zürcher Oberländer ist studierter Maschineningenieur, ehemaliger Spitzen-OL-Läufer und seit 2005 für Swiss Olympic tätig.
Der Gigathlon 2009 ist vorbei. Wie erleichtert sind Sie, dass es keine grösseren Zwischenfälle gab? Sehr. Die Sicherheit stand immer im Vordergrund und es ist an jedem Anlass eine Erlösung, wenn alle Athleten sicher zurück sind. Wir haben uns im Vorfeld und am Anlass selbst viele Gedanken gemacht, haben beispielsweise Sicherheitskonzepte erarbeitet und Ersatzstrecken vorbereitet. Wir haben auch Abklärungen zum Vorgehen im Pandemiefall wegen der Schweinegrippe getroffen und die Situation dauernd beobachtet. Es ist aber am schönsten, wenn man solche Konzepte schlussendlich gar nicht braucht. Welches Fazit ziehen Sie nach Ihrem ersten Gigathlon als Projektleiter? Der Gigathlon 2009 war ein voller Erfolg. Als neuer Projektleiter konnte ich zusammen mit meinem ebenfalls neuen Team auf der Geschäftsstelle die hohen Erwartungen, die an uns gestellt wurden, erfüllen. Wir konnten auf dem Niveau fortfahren, auf welchem wir den Gigathlon übernommen haben und den Gigathlon sogar einen Schritt weiterentwickeln. Was für konkrete Lehren ziehen Sie für die nächste Austragung? Es lohnt sich, für jede Situation, die eintreffen kann, die entsprechenden Vorbereitungen zu treffen. Vor dem Gigathlon sagten Sie, Sie wüssten noch nicht, welches die grösste Herausforderung sein würde. Wie sieht es nun aus? Der ganz grosse Brocken ist ausgeblieben! Am Wochenende selbst hat uns das Wetter am meisten beschäftigt. Die Voraussagen waren teilweise nicht wirklich präzise – in der Vorwoche wurden starke Gewitter vorausgesagt, vor allem für den Samstag – und so waren wir in engem Kontakt mit MeteoSchweiz und haben uns laufend über die aktuelle Situation informiert. Glücklicherweise gab es nur am Sonntag gegen Ende des Gigathlon ein kurzes Gewitter. Der Gigathlon stand unter dem Motto «timeless moments»? Welches waren Ihre persönlichen «zeitlosen Momente»? Ich hatte mehrere. Das ging schon vor dem Start los, als ich am Freitagmorgen durch das Camp gegangen bin und mir zum ersten Mal so richtig bewusst wurde, was wir alles in Bewegung gesetzt haben: Tausende von Gigathleten und Supportern, 2400 Zelte, tonnenweise Material in St.Gallen und den Wechselzonen, 51'000 Mahlzeiten. Das hat mich sehr beeindruckt. Und dann der Start des Gigathlon, als die Uhr am Freitag auf 13:00 Uhr sprang und die neun Teams der Stadt St.Gallen den Gigathlon eröffneten. Auf diesen Moment hatten wir 16 Monate lang intensiv hingearbeitet. Der Gedanke, dass nun total 5’500 Gigathleten losrollen und die «Kiste» nicht mehr angehalten werden kann, war überwältigend. In Erinnerung wird mir sicher auch der Samstag bleiben, als ich auf dem Hohen Kasten, dem höchsten Punkt des Gigathlon 2009, stand und von dort das gesamte Gigathlon-Land überblicken konnte. Ich könnte noch weitere aufzählen, aber dieser Gigathlon wird mir sicher in seiner Gesamtheit sehr lange in guter Erinnerung bleiben. Wie sehen das Budget 2009 und die finanzielle Situation des Gigathlon für die Zukunft aus? Es treffen noch laufend Rechnungen bei uns ein, der Abschluss ist noch nicht gemacht. Das Budget 2009 sollte eingehalten werden können und am Ende der Rechnung sollte eine Null stehen. Ob diese schwarz oder rot sein wird, muss sich noch zeigen. Dazu beigetragen hat auch die grosse und grossartige Unterstützung der Stadt St.Gallen. Zudem stand ich von Anfang an und während der gesamten Vorbereitung auf der Kostenbremse. Ohne diese beiden Faktoren hätten wir das Budget nicht einhalten können. Für kommende Austragungen ist es zwingend, wieder einen Presenting-Partner zu haben. Was können Sie schon zum Gigathlon 2010 sagen? Was wird neu, was bleibt gleich? Zum Gigathlon 2010 verraten wir noch nichts und machen, wie immer, aus Orten, Strecken und weiteren Details ein Geheimnis. Im August gehen wir mögliche Strecken testen, dann beginnt die Vorbereitung im Detail. Erste Informationen folgen im November 2009 auf www.gigathlon.ch. Der Gigathlon erfindet sich immer wieder neu und präsentiert sich jedes Mal anders. Woher stammen diese Ideen? Woher nehmen Sie die Inspiration für neue Ideen? Ich setze mich auf mein Bike und fahre los…
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