Talente richtig fördern

Im Mittelpunkt der 7. Nationalen Konferenz Nachwuchsförderung stand die Qualitätsentwicklung in der Schweizer Nachwuchsförderung.

Die Konferenz, die von Ralph Rüdisüli Laurent von Swiss Olympic geleitet wurde, drehte sich hauptsächlich um das Thema Qualitätssicherung und -entwicklung in der Schweizer Nachwuchsförderung. 140 Nachwuchsverantwortliche und J+S-Nachwuchscoaches der nationalen Verbände sowie die kantonalen Beauftragten für Nachwuchsförderung und die Leiter der Swiss Olympic Label-Schulen kamen am 10. Dezember 2009 an die Konferenz nach Ittigen ins Haus des Sports.

«Zahlen sich unsere Bemühungen aus?»

Um die Schweizer Nachwuchsförderung qualitativ weiterzuentwickeln, müsse erst der Grad der Übereinstimmung von Ist und Soll geprüft werden», sagte Cornel Hollenstein, Abteilungsleiter Sport-Development von Swiss Olympic. Nur mit einer systematischen Qualitätsbewertung könnten bisherige Stärken und Schwächen evaluiert und anschliessend strategische Massnahmen festgelegt werden. «Wir müssen uns die Frage stellen, welchen Gütegrad die Schweiz in der leistungsorientierten Nachwuchsförderung überhaupt erreichen kann und will und welche Anspruchsgruppen betroffen sind», so Hollenstein. «Auch müssen wir uns fragen, wie überprüft werden kann, ob sich die Bemühungen auszahlen.» Die diesjährige Konferenz lieferte mit Hilfe von verschiedenen themenbezogenen Ateliers erste Antworten auf diese Fragen.

Wer ist ein Talent?

Für Swiss Olympic gelten all jene Jugendlichen als Talente, welche von einem nationalen Verband anhand eines von Swiss Olympic anerkannten Nachwuchsförderungskonzepts systematisch und leistungsorientiert gefördert werden. Merkmale systematischer Förderung sind Regelmässigkeit (hoher Trainingsumfang), Nachhaltigkeit (Einbettung in ein Nachwuchskonzept eines nationalen Verbandes) sowie Qualität (Trainings mit Trainer einer hohen Ausbildungsstufe und die einheitliche Selektion gemäss der Prognostischen Integrativen Systematischen Trainereinschätzung PISTE). Die Erfüllung dieser Merkmale ist jedoch keine Erfolgsgarantie. «Erst im Nachhinein kann man erkennen, wer ein Talent ist und wer nicht», sagte Hollenstein.

«High Performance Lifestyle»

Als weiterer Referent sprach Gian Gilli, neuer Leiter Spitzensport und olympische Missionen bei Swiss Olympic, über die Konsequenzen des von Swiss Olympic verlangten «High Performance Lifestyles». Der ehemalige Chef von J+S, Martin Jeker, und David Egli, Verantwortlicher J+S-Nachwuchsförderung am Bundesamt für Sport (BASPO), zogen eine Bilanz und gaben einen Ausblick über die drei Säulen «Regelmässigkeit, Nachhaltigkeit und Qualität» der J+S-Nachwuchsförderung. Danach übergab Jeker in einem feierlichen Akt seinen Posten an Markus Wolf. Weitere Programmpunkte waren ein Workshop zum Thema «Kooperation Sportschule-Verband-Kanton/Gemeinde» und das Referat von Adrian Bürgi zum Thema Trainer als Erfolgsfaktor.

Die 8. Nationale Konferenz Nachwuchsförderung findet am Donnerstag und Freitag, 9. und 10. Dezember 2010, statt.