«Der Sport muss mehr gelebt werden»

Im Fokus des diesjährigen Forums Chef Leistungssport stand die zukunftsgerichtete Zusammenarbeit von Swiss Olympic mit den Verbänden zur optimalen Förderung des Spitzensports mit dem erfolgreichen Athleten als Endprodukt. «Der Sport muss mehr gelebt und weniger verwaltet werden», war eine der Kernaussagen von Forumsleiter Gian Gilli.


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Rund 80 Verbandsvertreter fanden sich am 5. und 6. Mai 2010 in der Trainingbase St. Moritz zum jährlichen Forum Chef Leistungssport ein. Das zweitägige Forum unter dem Motto «Potenzial erkennen, entwickeln, entfalten» zeigte unter anderem auf, wie die Verbände in Zusammenarbeit mit Swiss Olympic und weiteren Partnern Synergien nutzen können, damit die gezielte Förderung weiter optimiert werden kann.

Mehr Inhalt, weniger Formalitäten

Auf der Basis des Spitzensport-Konzepts will Swiss Olympic die Strukturen und Fördermassnahmen unter dem Namen «Fördermodell 2010+» verbessern. «Ziel ist es, dass Swiss Olympic zur Kompetenz-Drehscheibe des Schweizerischen Spitzensports und des Nachwuchsleistungssports wird, damit der verbandsübergreifende Know-how-Austausch optimal funktionieren kann», sagte Gian Gilli, Leiter Spitzensport und olympische Missionen von Swiss Olympic. «Wir wollen in Zusammenarbeit mit den Verbänden darauf achten, dass wir gezielt Potenzial fördern.» Qualitätsverbesserung auf allen Ebenen sei wichtig, damit das Endprodukt, der Athlet, in Zukunft Erfolge feiern könne. «Wir müssen den Sport mehr leben und weniger verwalten», betonte Gilli.
Die von Swiss Olympic definierten Forumsziele «Informieren, Wissenstransfer und Networking» wurden durch die anwesenden Verbandsvertreter am Forum gelebt. «Der gesellschaftliche Teil der Veranstaltung ist für den verbandsübergreifenden Erfahrungsaustausch von grosser Bedeutung», meinte Peter Haas, Chef Leistungssport von Swiss Athletics. Diese Aussage bestätigte Philippe Saxer, Leiter Sport von Swiss Volley: «In Gesprächen mit Amtskollegen aus anderen Verbänden können oft wertvolle Kenntnisse weitergegeben und so gegenseitig neue Impulse gesetzt werden.»

Spitzensport und Studium sind vereinbar

Andreas Csonka, Vertreter des Schweizer Hochschulsport-Verbands, zeigte auf, dass ein Drittel des Schweizer Olympia-Teams in Vancouver Studierende waren, während gleichzeitig die Rahmenbedingungen für die Vereinbarung von Spitzensport und Studium stark ausbaufähig seien. «Die Schweiz kann es sich nicht leisten, dass zahlreiche Talente nach Abschluss der Mittelschule verloren gehen», betonte Csonka. «Swiss Olympic wird sich in Zusammenarbeit mit dem Schweizer Hochschulsport-Verband für die Akzeptanz des Spitzensports an Hochschulen einsetzen und lanciert in diesem Jahr ein Projekt zur besseren Koordination von Spitzensport und Studium», kündete Karin Rauber, Bereichsleiterin Leistungssport und Schule/Ausbildung von Swiss Olympic, an. Fredi Schneider, Chef Leistungssport des Schweizer Hochschulsport-Verbands, bezeichnete die Zusammenarbeit mit den Fachverbänden als zwingend, nur so finde ein Umdenken an den Universitäten statt.

Breites Themenspektrum am Forum

Weitere Themen am Forum waren das neu erarbeitete Spitzensport-Konzept Schweiz, das IOC-Projekt Olympic Solidarity, Informationen aus dem Bereich Athletensupport und ein Referat von Stephan Zehr, Chef Sport Armee, zur Spitzensportförderung der Armee. Gian Gilli blickte auf die Olympischen Winterspiele in Vancouver 2010 zurück und wagte einen Ausblick auf die kommenden Olympischen Spiele in London, Sotschi und Rio de Janeiro. Die Coaching-Firma «Fischer Ramseyer» nahm bei ihrer Präsentation den Persönlichkeitsaspekt als Erfolgsfaktor unter die Lupe. Eine Information über Höhentrainings von Jon Wehrlin, Leiter Sportphysiologie Ausdauer des Ressort Leistungssport, EHSM in Magglingen sowie ein Referat von Peter Zahner, CEO ZSC Lions, zum Thema «Trainer im Profigeschäft» gehörten zu den abschliessenden Programmpunkten in St. Moritz.

Das nächste Forum Chef Leistungssport findet am 4. und 5. Mai 2011 statt.