Rugby feiert in Rio de Janeiro 2016 sein olympisches Comeback
Erstellt: 15.12.2010
Rugby hat endlich seinen Platz im Reigen der olympischen Sportarten zurückerobert: Bei den Spielen in Rio de Janeiro 2016 wird man den ovalen Ball wieder fliegen sehen. Ein guter Zeitpunkt für die Schweiz, landesweit für diesen Sport zu werben und ihn zu fördern. Der Schweizerische Rugby-Verband schliesst eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 nicht aus.
 Bild: Keystone
Den Rugby-Sport gibt es in verschiedenen Varianten. Die bekanntesten sind das 15er-Rugby und das 7er-Rugby. Rugby wurde vom Baron Pierre de Coubertin als olympische Disziplin aufgenommen. Bei den Olympischen Spielen 1900 in Paris gewann Frankreich die erste Rugby-Goldmedaille. Auch bei den Olympischen Spielen 1904 in den Vereinigten Staaten, 1908 in London und 1924 in Paris war Rugby mit dabei. Danach gab es einige Versuche, Rugby wieder im olympischen Programm zu etablieren, allerdings blieben diese ohne Erfolg, bis 2009 das Internationale Olympische Komitee (IOC) beschloss, Golf und 7er-Rugby wieder in den Reigen der olympischen Sportarten aufzunehmen. Rio de Janeiro, die Stadt des Karnevals, hat nun als Austragungsort der Spiele 2016 die Ehre, Gastgeber des Comebacks von 7er-Rugby und Golf zu sein. Der IOC-Präsident Jacques Rogge erläuterte der Presse bei der Sitzung des Executive Board in Berlin: «Diese beiden Sportarten bieten auf internationaler Ebene eine hohe Anziehungskraft. Sie werden von bekannten Champions aus den verschiedensten Gegenden der Welt ausgeübt und basieren auf ethischen Grundsätzen, in denen das Fairplay eine zentrale Rolle spielt.» Neuer Schwung für das Schweizer Rugby «Ich freue mich, dass Rugby nun wieder olympisch ist. Um dem neuen olympischen Status Rechnung zu tragen, hat der Schweizerische Rugby-Verband eine Umstrukturierung und eine neue Entwicklungsstrategie vorgesehen», erklärt Norbert Li-Marchetti, Generalsekretär des Schweizerischen Rugby-Verbandes. Der Schweizerische Verband besteht seit 1972 und zählt inzwischen über 2400 Lizenzinhaber. Einen regen Zulauf gab es im Zuge der Rugby-WM 2007 in Frankreich. Zuvor konnten nur 1400 Spieler und Spielerinnen verzeichnet werden. In der Schweiz ist Rugby noch eine Amateur-Sportart. Für die 7er-Rugby-Mannschaften spielen in der Schweiz jeweils Sportler, die in der 15er-Rugby-Meisterschaft spielen, da in der Schweiz keine Meisterschaft im 7er-Rugby ausgetragen wird. Dennoch hat die Entscheidung des IOC grosses Interesse geweckt. Denn 7er-Rugby ist ein Sport, der sich in der Schweiz noch in der Entwicklungsphase befindet und in den nächsten Jahren wahrscheinlich ein starkes Wachstum verzeichnen wird. Daher hat der Schweizerische Verband sich dazu entschlossen, das Budget für die Förderung des 7er-Rugbys zu erhöhen: «Wenn wir nicht den Anschluss verpassen wollen, müssen wir jetzt in diese Sportart investieren», sagt Li-Marchetti. Schweizer Mannschaften bei den Olympischen Spielen Dank der Umstrukturierung des Schweizerischen Rugby-Verbandes und der Neuverteilung der Ressourcen wird die Schweiz ihre Trümpfe ausspielen können und eine Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 ins Auge fassen. Dies betrifft insbesondere die Frauenmannschaft, die angesichts der bereits erzielten Erfolge die grössten Chancen hat, den Schweizer Rugby-Sport in Rio zu vertreten. «Unser Ziel ist es, zwischen 2011 und 2012 eine der zehn besten Frauenmannschaften in Europa zu werden. In Laufe der nächsten Jahre soll eine 7er-Rugby-Meisterschaft sowohl für Frauen- als auch für Männermannschaften ins Leben gerufen werden. Auch wenn die finanziellen und personellen Ressourcen zur Erreichung dieses Ziels derzeit eingeschränkt sind, sind wir sehr optimistisch», sagt Li-Marchetti. Der Verbandsberater Patrick Buchs, der bei Swiss Olympic für den Rugby-Sport zuständig ist, sagt: «Wir warten noch auf weitere Informationen. Insbesondere werden wir mit dem Rugby-Verband über seine zukünftigen Strategien sprechen.» Bevor eine Entscheidung zur Förderung von Rugby getroffen werde, müsse Swiss Olympic die Qualifikationskriterien kennen, die die Mannschaften zur Teilnahme an den Spielen berechtige. Diese werden vom International Rugby Board (IRB) definiert und danach den IOC-Mitgliedern zur endgültigen Abnahme vorgelegt. Weitere Informationen zum Rugby: Schweizerischer Rugby-Verband, International Rugby Board (IRB) und Fédération Internationale de Rugby Amateur - Association Européenne de Rugby (FIRA-AER)
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