ecosport.ch 2008 - Ausgezeichnete Massnahmen

Erstellt: 15.05.2009

20.11.2008 responsibility.forum.schweiz, Schweizerhof Luzern - Die Gewinner von ecosport.ch 2008 sind bekannt: 14 Umwelt-Massnahmen wurden am 20. November 2008 im Rahmen des 1. responsibility.forum.schweiz in Luzern ausgezeichnet. Schweizer Sportveranstalter haben einmal mehr bewiesen, dass Sport ökologisch und nachhaltig betrieben werden kann. 120 Zuschauer verfolgten die Veranstaltung im Hotel „Schweizerhof“, die unter dem Patronat von Swiss Olympic stand.

Das sind die ausgezeichneten Massnahmen 2008:

Pfadibundeslager Contura08 (CH) für die zwei Massnahmen:

«Detailliertes Umweltkonzept»
Um schon vor dem Anlass Ressourcen zu sparen und die Mitarbeiter in den einzelnen Organisationsressorts auf mögliche Probleme aufmerksam zumachen, wurde mit allen Ressorts ein Merkblatt ausgefüllt. Zu allen Umweltzielen wurden Vorschläge für Aktivitäten zur Umsetzung gemacht. Mehrmaliges Erinnern der Ressorts an diese.

Die Jury ist davon überzeugt

  • Weil das detaillierte, umfassende Konzept für die Vielzahl von kleineren Freizeit- und Sportlagern als Modell dienen kann. Das Thema „Umweltschutz“ war im OK wie auch im Lageralltag verankert und wurde jugendgerecht kommuniziert. Dieses Initiative verdient viele Nachahmer.


«Recycling-Wettbewerbe»
Um die Teilnehmenden auf Umweltprobleme aufmerksam zu machen und das Recyceln zu fördern, wurden Wettbewerbe ausgearbeitet. Bei verschiedenen Abfallstoffen wie PET konnten die TN auf ihren "Abfall" ihre Adresse kleben. In der Entsorgungstation wurde täglich ein Gewinner gezogen. (Prinzip à la PET-Wettbwerb) Bei einem zweiten Wettbewerb konnten Gruppen Geschichten oder Gedichte zu Abfall & Recycling einreichen und gewinnen.

Die Jury ist davon überzeugt

  • Weil die Wettbewerbe spielerisch und motivierend auf das Thema Littering aufmerksam machen und weil der Begriff „Wegwerfen“ durch „Einwerfen mit Gewinnchancen“ positiv besetzt wird.

Lucerne Marathon (LU) für die zwei Massnahmen:

«Detailliertes Umweltkonzept»
Bereits Monate vor der ersten Austragung 2007 wurde ein Umweltverantwortlicher eingesetzt. Dieser verfasste ein Umweltschutzkonzept (10-Punkteprogramm und rund 50 konkrete Massnahmen) inkl. Controlling, Datenerhebung und abschliessendem Umweltbericht. Die Massnahmen wurden auf die einzelnen Ressorts verteilt und im Pflichtenheft der Ressortleiter festgesetzt. Mit einem monatlichen Statusbericht wurde der Stand der Entwicklung bei den Umweltmassnahmen festgehalten. Zudem wurden am Lauf selber Daten erhoben.

Die Jury ist davon überzeugt

  • Weil ein Organisator zeigt, dass Umweltengagement oft auch mit Innovationsbereitschaft verbunden ist. Der Lucerne Marathon hat mit der Ernennung eines Umweltverantwortlichen von Beginn weg nicht nur ein Konzept erstellt, sondern dessen Prozess und die Umsetzung eng begleitet und damit dem Thema „Umwelt“ einen gebührenden Stellenwert gegeben.«Velokuriere als Trash Heroes»
    Eine wichtige Voraussetzung, damit Littering nicht entstehen konnte, stellten die „Clean-Teams“ dar, welche beim Lucerne Marathon in zwei Formationen auftraten: Einerseits die Velokuriere auf der Laufstrecke, welche dem „Besenwagen“ eine neue Bedeutung zukommen liessen und die Trash-Heroes, die im Publikumsbereich für ein sauberes Umfeld sorgten. Die Velokuriere waren mit Besen und Veloanhänger ausgerüstet und sorgten für eine saubere Strecke nach dem Läuferfeld.


Die Jury ist davon überzeugt

  • Weil Velokuriere als „Trash Heroes“ und als menschliche Besenwagen“ damit eine neue entkrampfte Bedeutung und Abfallvermeidung dadurch ein freundliches Gesicht erhalten!


CSI-W Genève (GE) für die zwei Massnahmen:

«Bildung eines Nachhaltigkeitskomitees»
Das fünfköpfige Nachhaltigkeitskomitee wird vom OK-Präsidium getragen und gefördert. Dem Team ist es gelungen, die Eröffnungsfeier zum Thema Umwelt mit über tausend Kindern zu gestalten. Ein Bündel von Massnahmen und Aktivitäten ist in einem detaillierten Umweltkonzept festgehalten: Didaktischer Bauernhof, Abfall-Clowns, verbesserte Abfalltrennung, kompostierbares Geschirr, regionale und Bio-Produkte, rauchfreie Veranstaltung, Umwelt-Zeichenwettbewerb, Besucherwettbewerb etc.

Die Jury ist davon überzeugt

  • Weil ein Sport-Grossveranstalter mit seiner mehrköpfigen Nachhaltigkeitsgruppe auch für Mensch und Umwelt deutliche Zeichen setzt und dafür entsprechende finanzielle und personelle Ressourcen einsetzt.


«Jugendliche als Abfallclowns»
Das Ziel, verbesserte Abfalltrennung im Publikumsbereich, wurde mit dem Einsatz von Jugendlichen, die als « Abfallclowns » unterwegs waren, angegangen. Die Jugendlichen treten auf spielerische Weise mit dem Publikum in Kontakt und kommunizieren so das neue Abfalltrennsystem.

Die Jury ist davon überzeugt

  • Weil das Publikum mit dieser Massnahme auf diese oroginelle, freundliche Art für konsequentere Abfalltrennung sensibilisiert wird, gleichzeitig tritt der Veranstalter auf diese Weise mit dem Publikum in Kontakt.

Climate Neutral Sailing Regatta (ZH) für die Massnahme:

«Keine Bootstransporte»
Anstatt dass jedes Team per Auto das eigene Boot an den Regatta-Ort transportiert, segeln alle Teams auf den Booten, die in der Trainingsbasis in Zürich stationiert sind. Die Bootsbesitzer stellen ihre Boote zur Verfügung, dafür werden die Boote vom Veranstalter auf Top-Niveau gebracht (z.B. Ausrüstung). Den Regattateilnehmern ist es nicht erlaubt, mit einem motorisierten Privatverkehrsmittel anzureisen.

Die Jury ist davon überzeugt

  • Weil diese Art von Regatta in der Schweiz erstmalig ist
  • Weil diese innovative Idee für andere Wassersportarten und überall da, wo aufwändige Transporte anfallen, eine interessante Alternative werden kann

Critérium Jurassien (JU) für die Massnahme:

«Concept: Garantie 99,9% ECO»
Das Auto-Rallye Critérium Jurassien ist sich seinem Ruf als Umweltverschmutzer sehr bewusst. Das OK hat alles unternommen, diesem Ruf mit ökologischen Massnahmen und sozialem Engagement entgegen zu treten und zu zeigen, dass auch diesen Veranstaltern Die Natur am Herzen liegt. Basierend auf den Empfehlungen von ecosport.ch, hat ein Umweltverantwortlicher ein Massnahmenbündel vor Ort umgesetzt, überprüft und ausgewertet.

Die Jury ist davon überzeugt

  • Weil ein Auto-Rallye-Veranstalter beweist, dass sich auch „umweltfeindliche“ Sportarten für Umweltanliegen einsetzen können.
  • Weil dieses gute Beispiel Schule für sämtliche motorisierte Veranstaltungen machen kann

Public Viewing Arena-Beringen (SH) für die Massnahme:

«Ökologische Ausrichtung und Vernetzung mit regionalen Anbietern»
Die Arena Beringen wurde zu 100 % mit Solarstrom betrieben. Als Standort dient eine Lagerhalle ausserhalb der Siedlung, um Lärmemission zu vermeiden, und nur 300 m von der Abfallentsorgungsstelle entfernt. Gute Erreichbarkeit mit Bus und Bahn. Enge Zusammenarbeit mit regionalen Lieferanten, auch mit dem Verkehrsverbund Schaffhausen wurde eng zusammen gearbeitet. Es gab eine Sonderhaltestelle, die Besucher konnten für 5 CHF aus dem ganzen Flex-Tax-Gebiet anreisen und zurückfahren. Nachtverbindung war garantiert ohne Zuschlag.

Die Jury ist davon überzeugt

  • Weil dies ein kleines, feines Beispiel ist, wie während der EURO 2008 ein Public-Viewing-Veranstalter durch optimale Vernetzung mit regionalen Anbietern gute Fussballunterhaltung und ökologische Anliegen ideal verbindet und kommuniziert.
  • Weil diese private Initiative einen Kontrapunkt zu rein kommerziell ausgerichteten Public Viewings darstellt.

S2-Challenge (BE) für die Massnahme:

«Nachhaltige Streckenführung entlang einer Bahnlinie»
Der Event wurde nach der S-Bahn Linie 2 benannt (Langnau - Schwarzenburg). Der Transport innerhalb der Wechselzonen erfolgte mit den ÖV’s. Start in der Nähe des Bahnhofs Langnau. Die Startnummer jedes Teilnehmers galt während des ganzen Tages auf der gesamten Strecke des Libero-Verbundes (Kanton Bern) als Ticket , inkl. Velotransport. Die Wechselzonen waren in Bahnhofnähe, wenn nicht, verkehrten Shuttlebusse. Start- und Abschnittszeiten wurden so berechnet, dass der ganze Transport mit den ÖV’s bewältigt werden konnte.

Die Jury ist davon überzeugt

  • Weil der Ansatz, eine Streckenführung von A nach B entlang einer öffentlichen Bahn zu legen und die Wechselzonen an Haltestellen zu platzieren, von anderen Multisportveranstaltern übernommen werden kann.
  • Weil die Formel Startnummer = Fahrticket für andere Veranstalter zukunftsweisend sein kann.

124davos.ch (GR) für die Massnahme:

«Innovatives Abfallmanagement»
Der Organistaor hat den Abfall konsequent getrennt. Speisereste in Tonnen - daraus wurde bei einem Bauern vor Ort Energie gewonnen; für PET stehen PET-Tonnen an drei Orten; damit nichts weggeworfen wurde, gab es auf der Strecke im Reglement die Möglichkeit zur Disqualifikation. Jedes Team erhielt mit der Startnummer einen Abfallsack. Getränke für die Athleten wurden nur aus 30L Behältern ausgeschenkt und jeder Athlet bekam einen Bidon. So wurde die Becher-Wegwerferei vermieden.

Die Jury ist davon überzeugt

  • Weil es ein intelligentes Beispiel ist, wie bei einem mittelgrossen Sportanlass mit verschiedenen ineinander greifenden Massnahmen Abfall konsequent zu verhindern, zu vermindern und zu verwerten, erreicht werden kann.
  • Weil der Entscheid, auch bei Verstoss gegen die Umwelt-Regeln Disqualifikationen auszusprechen, an Sportveranstaltungen vermehrt Schule machen könnte.

Virgin-Runners Halbmarathon (ZH) für die Massnahme:

«Unterstützung von Naturschutzprojekten»
Die Strecke des Halbmarathons führt durch ein Naturschutzgebiet. Deshalb wurden dem Naturschutzverein Oberglatt CHF 1000.- gespendet. Die Zusammenarbeit im Naturschutz wurde dadurch intensiviert. Der Beitrag floss in ein Buntbrache-Projekt. Es findet ein – auf beiden Seiten – engagiert geführter Austausch statt.

Die Jury ist davon überzeugt

  • Weil mit diesem symbolischen Akt das gegenseitige Verständnis für Sport – und Natur gefördert wird.
  • Weil es zeigt, wie auch ein „kleiner“, mittelloser“ Sportveranstalter in seinem Wirkungskreis nachhaltige Zeichen setzen kann.

Inline Nachwuchscup (CH) für die Massnahme:

«Empfehlungspaket für abfallfreie Anlässe»
Für die diversen Etappen werden via Mutter-Website konkrete Empfehlungen abgegeben, wie die einzelnen Anlässe abfallarm durchgeführt werden können. Die Veranstalter können die Umwelt-Tipps herunterladen. So finden sich Hinweise für den Mehrwegbecher, Johann (portabler Abfalleimer) oder Links zu Checklisten

Die Jury ist davon überzeugt

  • Weil es zeigt, wie mit modernen Kommunikationsmitteln Umwelt-Anliegen von einer Mutter-Website an regionale Veranstalter kommuniziert werden können. Gerade bei Veranstaltungen, die als Serien und dezentral durchgeführt werden, ein Beispiel, das zur Nachahmung empfohlen wird.

Quer durch Basel (BS) für die Massnahme:

«Konsequenter Einsatz von Ökostrom»
Der ganze Energiebedarf der Veranstaltung wurde mit Ökostrom gedeckt. Dieses Engagement wurde in der Ausschreibung bewusst kommuniziert. Ein Sponsor, der sich stark für erneuerbare Energiequellen einsetzt, gewährte dem Anlass Sonderkonditionen.

Die Jury ist davon überzeugt

  • Weil der Veranstalter einen Klimaschwerpunkt setzt und diesen aktiv kommuniziert.
    Dank der Partnerschaft mit einem kommerziellen Anbieter entsteht eine win-win-win-Situation (Veranstalter – Anbieter – Umwelt), die vermehrt Schule machen sollte.

14 Umweltmassnahmen ausgezeichnet

Elf Sportveranstalter wurden für 14 umgesetzte Umweltmassnahmen ausgezeichnet. Nebst Preisgeld erhielten die Veranstalter eine Urkunde, die das besondere Engagement würdigte. Das Pfadibundeslager Contura08, der Concours Hippique CSI Genf sowie der Lucerne Marathon 2008 überzeugten mit je zwei Auszeichnungen. Die Ernte 2008 von ecosport.ch brachte zahlreiche Ideen zur Umsetzung von ökologischen und nachhaltigen Massnahmen hervor: Die erste „klimaneutrale Segel-Regatta der Schweiz“, „Velo-Kuriere als Trash-Heroes“, die „Bildung eines „Nachhaltigkeitskomitees“, „Recycling-Wettbewerbe“ oder ein „ökologisch betriebenes Public Viewing“ sind Beispiele davon. Mut bewies die Jury mit der Auszeichnung des „Critérium Jurassien“, einem Auto-Rallye im Kanton Jura: Das OK habe es mit seinem grossen ökologischen Bewusstsein geschafft, dem schlechten Ruf von Autorennen mit dem Umwelt-Konzept „Garantie 99,9% ECO“ im Rahmen seiner Möglichkeiten entgegen zu wirken. Swiss Olympic-Direktor Marc André Giger betonte in seiner morgendlichen Rede am responsibility.forum.schweiz, wie wichtig Umweltbewusstsein für einen nachhaltig betriebenen Sport sei. Die Vermittlung von ethischen Werten im Sport und durch den Sport sei Grundlage für dessen langfristiges Überleben. Im Zentrum der Bemühungen stehe aber immer noch der Sport selber. Giger zeigte konkret auf, wie mit einfachen, wirkungsvollen Umweltmassnahmen Verhalten und Verhältnisse positiv beeinflusst werden können. Die mit je 2000 Franken ausgezeichneten Massnahmen seien als Symbole zu verstehen, betonte die Jury. Die Massnahmen sollen einfach umsetzbar sein und andere Sportveranstalter zur Nachahmung motivieren.
Umrahmt wurde der Auszeichnungsanlass 2008 durch die Auftritte des Comedian Fabian Unteregger, der das Publikum mal mit der Stimme von Umweltminister Leuenberger, dann von FC Basel-Trainer Christian Gross und zuletzt von Roger Federer mit „Umwelt-Philosophien“ unterhielt.

Die Ausschreibung für die «Auszeichnung ecosport.ch 2009» läuft bis 30. September 2009, die Preissumme beläuft sich auf insgesamt 30’000 Franken. Der Eintrag erfolgt elektronisch über die Webplattform ecosport.ch.

Weitere Auskünfte:

Adrian Weber 031 359 71 42 oder ecosport@swissolympic.ch

ecosport.ch
www.swissolympic.ch/ecosport – die Umweltplattform für Sportveranstalter
Auszeichnung 2009: Jetzt Erfahrungen mitteilen unter www.swissolympic.ch/ecosport bis 30. September 2009.
ecosport.ch - ein Engagement von Swiss Olympic in Zusammenarbeit mit den Bundesämtern BASPO, BAFU, BFE und ARE.


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