Gute Perspektiven für den Schweizer Vereinssport

Erstellt: 24.03.2011

Ittigen, 24. März 2011. Swiss Olympic und das Bundesamt für Sport haben heute eine Studie zu den Sportverbänden und Sportvereinen in der Schweiz vorgestellt. Die Studie zeigt, dass der Vereinssport auf einem soliden Fundament steht, dem Ehrenamt. Die Gewinnung und die Bindung von ehrenamtlichen Mitarbeitern ist denn auch das Hauptanliegen der Sportvereine in der Schweiz.


Bild: Swiss Olympic

«Dem Schweizer Vereinssport geht es gut», sagte Jörg Schild, Präsident von Swiss Olympic, heute Donnerstag an einer Medienkonferenz im Haus des Sports in Ittigen. Er stützte sich bei dieser Aussage auf die Studie «Sportvereine in der Schweiz 2011». «Besonders freut mich die Erkenntnis, dass 60 Prozent unserer Vereine stolz auf ihre Erfolge im Leistungssport sind und dass sich ein Drittel der befragten Vereine stark im Leistungssport und in der Talentförderung engagiert», so Schild.

Insgesamt wird in über 85 Prozent der Vereine Wettkampfsport betrieben. Dass aber nicht nur die Leistung im Vordergrund stehe, zeige sich beispielsweise darin, dass sich 92 Prozent der Vereine gemäss eigenen Angaben für die Vermittlung von Werten wie Fairplay und Toleranz einsetzten, sagte Schild.

Matthias Remund, Direktor des Bundesamts für Sport (BASPO), wies auf die Bedeutung der Studie aus Sicht des Bundes hin: «Der Bund fördert Sport und Bewegung primär über die Vereine. Die Studie zeigt, dass diese Strategie nach wie vor die richtige ist.» Der Bund werde diese Strategie via das grosse Sportförderwerk Jugend+Sport, via Nachwuchsförderung und mit qualitativ hochstehender Expertenausbildung im Erwachsenensport weiter verfolgen.

Ehrenamtliche schenken dem Sport jedes Jahr zwei Milliarden Franken

Ohne Freiwillige kein Sport in der Schweiz. Diese alte Erkenntnis bestätigt auch die aktuelle Verbands- und Vereinsstudie. Über 300'000 Mitarbeiter-Ämter sind in den Sportvereinen zu besetzen, vom Vereinsvorstand über Trainerinnen bis hin zu Schiedsrichtern. Bei einem hypothetischen Stundenlohn von 43 Franken schenken die Ehrenamtlichen dem Schweizer Sport pro Jahr fast zwei Milliarden Franken. Würde man diese Löhne tatsächlich ausbezahlen wollen, müsste der durchschnittliche Jahresbeitrag der Schweizer Sportvereine von 100 auf 1000 Franken erhöht werden.

Die Besetzung der ehrenamtlichen Stellen ist denn auch die grösste Sorge im Schweizer Vereinssport. Zwei Drittel der befragten Vereine bezeichnet die Gewinnung und Bindung von ehrenamtlichen Mitarbeitern als Problem. «Gerade im Freiwilligenjahr 2011 ist es uns ein besonders grosses Anliegen, die unverzichtbare Arbeit der Ehrenamtlichen im Sport zu würdigen, beispielsweise mit einem Freiwilligenpreis für Verbände und dem Volunteer-Netzwerk Swiss Olympic Volunteer», sagte Jörg Schild.

«Die Leute treiben generell mehr Sport»

Vor dem Hintergrund schwindender Vereinsbindung und einer vermehrten Konsumhaltung seitens der Mitglieder sei die Tatsache, dass die Zahl der Sportvereine in den letzten 15 Jahren von 27'000 auf rund 20'000 gesunken ist, nicht negativ zu sehen, sagte Studienleiter Dr. Markus Lamprecht: «Es hat einen grossen Vorteil, wenn die Zahl der Vereine sinkt: Es braucht weniger Ehrenamtliche, um die Vereine zu führen.» Von einem Sterben des Vereinssports in der Schweiz könne deswegen nicht gesprochen werden. Im Gegenteil: Seit 2004 steigt die Zahl der Aktivmitglieder in Schweizer Vereinen und steht heute bei 1,6 Millionen Menschen.

Damit ist ein Viertel der Schweizer Bevölkerung im Alter zwischen 10 und 75 Jahren in einem Sportverein aktiv. «Die Leute treiben heute generell mehr Sport, in einem Verein und individuell», erklärte Lamprecht. Besonders hoch ist die Zahl der Aktivmitglieder unter den Jüngsten: 62 Prozent der 10- bis 14-Jährigen sind Mitglied in einem Sportverein.

Aufwändige Studie

Die Studie «Sportvereine in der Schweiz 2011» ist vom «Observatorium Sport und Bewegung Schweiz» im Auftrag von Swiss Olympic, dem Bundesamt für Sport (BASPO), der Schweizerischen Gemeinnützigen Gesellschaft und der Schweizerischen Unfallversicherungsanstalt (SUVA) durchgeführt worden. An der repräsentativen Studie haben sich 6221 Schweizer Sportvereine beteiligt. Im Herbst 2011 wird der Gesamtbericht zur Studie in Buchform verfügbar sein.


Weitere Informationen:

Christof Kaufmann, Leiter Medien und Information, Tel. 076 422 03 66
Download Verbandsstudie -Sportvereine in der Schweiz
www.sportobs.ch


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