Finanzielle Unterstützung für «cool and clean»-Mitglieder
Erstellt: 12.01.2012
In zehn Kantonen kann «cool and clean», das nationale Präventionsprogramm im Schweizer Sport, heute auf kantonale Botschafter zurückgreifen. Sie unterstützen das Programm in der Umsetzung des Auftrages, junge Sportlerinnen und Sportler für den fairen und sauberen Sport zu gewinnen. Wir fragten bei den Botschafterinnen und Botschaftern nach, wie ihr Arbeitsalltag aussieht. Heute bei Beat Friedli im Kanton Zug.
Foto: zVg
Beat Friedli, welchen persönlichen Bezug haben Sie zum Sport?
Ich war früher im Eishockey stark engagiert. Heute spiele ich noch Volleyball, fahre im Winter gerne Telemark und liebe es, im Sommer zu Fuss das Tessin zu erkunden.
Seit wann sind Sie kantonaler Botschafter von «cool and clean»?
Ich bin seit 1999 beim Sportamt des Kantons Zug angestellt. Schon beim Kampagnenstart von «cool and clean», als der Kanton entschied, das Programm mitzutragen, war ich mit dabei. Zwischenzeitlich hatte ich dann «cool and clean» etwas den Rücken zugewandt, weil ich andere Aufgaben im Amt übernahm. Seit September 2011 bin ich nun in der Funktion des «cool and clean»-Botschafters wieder zurück. Dies wurde auch möglich, weil ich meine Teilzeitanstellung an einer Primarschule aufgab.
Wie gut kommen Sie im Kanton Zug mit den Inhalten von «cool and clean» an die relevanten Zielgruppen heran?
Unsere Hauptaufgabenbereiche im Sportamt sind unsere J+S-Kurse, die eigenen J+S-Sportlager sowie der Kommunikationsbereich. So kann ich das Netzwerk «Sportverein» ideal nutzen und gelange mit dem Präventionsanliegen von «cool and clean» direkt an unsere Zielgruppen, die Jugendlichen und deren Trainerinnen und Trainer.
Gibt es im Kanton Zug für Sportvereine spezielle Anreize, bei «cool and clean» mitzumachen?
Ja, bei uns werden die Vereine finanziell unterstützt, wenn sie sich der «cool and clean»-Kampagne anschliessen. Voraussetzung dafür ist aber, dass der Verein ein Gesamtkonzept zu «cool and clean» einreicht. Wir wollen vom jüngsten Sportler bis zum Vorstandsmitglied, ja sogar von beteiligten Eltern ein klares Bekenntnis zum Programm. Die fünf Commitments sind dabei wegweisend.
Was ist Ihr persönliches Ziel als Botschafter?
Ich möchte das Sportumfeld zum Beispiel gegenüber der Alkoholproblematik sensibilisieren. Denn oft gehen Alkohol und Gewalt einher, auch im Sport. Wenn wir hier etwas zu einer Verhaltensänderung beitragen können, dann haben wir viel erreicht, auch wenn uns dies nur bei Wenigen gelingt.
Was ist die grösste Herausforderung in Ihrer täglichen Arbeit?
Da ich nun gewissermassen die Verbindungsperson zwischen «cool and clean» und den Zuger Sportvereinen bin, vergessen die Vereine öfters einmal, sich bei «cool and clean» als Teams zu registrieren. Sie verbinden das Programm mit mir und denken, dass mit dem Kontakt zum Sportamt (und dem Geldfluss) keine weiteren Schritte nötig sind. Hier müssen wir künftig dafür sorgen, dass der Informationsfluss zwischen Verein, «cool and clean» und Kanton richtig spielt.
Was gefällt Ihnen an Ihrer Tätigkeit besonders?
Als Botschafter habe ich vermehrt die Möglichkeit, mich für einige Stunden vom Bildschirm wegzubewegen und mit Menschen in Kontakt zu sein. Der einzige Nachteil dabei ist, dass die Treffen meist ausserhalb der Arbeitszeit stattfinden und die familiären Bedürfnisse tangieren.
Was ist Ihr bestes Erlebnis als «cool and clean»-Botschafter?
Für das Promoting von «cool and clean» am Sportforum 2006 durfte ich einen Filmbeitrag zusammenstellen. Die erfrischenden Aussagen von jungen Sportlern und Sportlerinnen waren ein riesen Aufsteller.
Und Ihr lustigstes?
Da sehe ich die entsetzten Gesichter einiger Leute, welche die aufgestellten Drinks bei einer Kurseröffnung erst missverstanden. Staunen und sichtbare Erleichterung dann, als sie feststellten, dass es sich um alkoholfreie «cool and clean»-Drinks handelte.
«cool and clean» ist das das nationale Präventionsprogramm im Schweizer Sport. Getragen wird es von Swiss Olympic, dem Bundesamt für Sport (BASPO) und dem Bundesamt für Gesundheit (BAG). Auftrag von «cool and clean» ist es, dass Jugendliche in Sportvereinen sich anhand der fünf Commitments zum fairen und sauberen Sport bekennen:
1. Ich will meine Ziele erreichen / Ich will an die Spitze!
2. Ich verhalte mich fair!
3. Ich leiste ohne Doping!
4. Ich verzichte auf Tabak und Cannabis und trinke Alkohol, wenn überhaupt, verantwortungsbewusst.
5. Ich…! Wir…! (eigenes Commitment)Wichtige Partner des nationalen Präventionsprogramms sind die Kantone: Sie stehen an der Schnittstelle zu den kantonalen Verbänden und Vereinen und helfen «cool and clean», mit den Inhalten ihre Zielgruppe zu erreichen und den fairen und sauberen Sport unter Jugendlichen zu verankern.
Heute gibt es in zehn Kantonen «cool and clean»-Botschafterinnen und –Botschafter: in Baselland, Baselstadt, Bern, Freiburg, Jura, Solothurn, St. Gallen, Tessin, Waadt und Zug. Finanziert wird ihre Stelle durch «cool and clean». Aufgrund der föderalistischen Organisation der Schweiz bewegen sich die Botschafter zum Teil in sehr verschiedenen Strukturen. Dementsprechend unterschiedliche Wege müssen sie gehen, um in ihrem Kanton junge Sportlerinnen und Sportler für «cool and clean» zu gewinnen.

