Disziplinarkammer für Dopingfälle

Die Disziplinarkammer für Dopingfälle (DK) von Swiss Olympic beurteilt als zentrale Sport-Strafbehörde in erster Instanz alle positiven Dopingfälle der Mitgliedverbände. Sie wurde am 1. Januar 2002 geschaffen und strebt eine Harmonisierung der Rechtssprechung an.

Im Doping-Statut von Swiss Olympic vom 18. November 1989 waren die Sportverbände für die Sanktionierung ihrer Athletinnen und Athleten erstinstanzlich zuständig. Als zweite Instanz diente entweder ein verbandsinternes Organ oder ein Organ des jeweiligen internationalen Sportverbands. Dies hatte grosse Unterschiede in der Qualität der Verfahren und in der Dauer der Sanktion zur Folge. Insbesondere wurde national und international von Athletenkreisen eine Harmonisierung der Sanktionen gefordert.

Die einzelnen Sportverbände haben ihr Sanktionsrecht an diese Disziplinarkammer abgetreten. Diese beurteilt in der Schweiz seit diesem Zeitpunkt Dopingfälle in erster Instanz. Als zweite Instanz ist das internationale Sportschiedsgericht, das «Tribunal Arbitral du Sport (TAS)» in Lausanne oder eine anderes Schiedsgericht eines internationalen Sportverbandes vorgesehen. Die DK besteht aus 20 Richtern und medizinischen Experten. Diese werden direkt durch das Sportparlament gewählt.

Bei einem positiven Dopingfall werden die Akten von Antidoping Schweiz an die DK weitergeleitet. Diese konstituiert aus dem Pool der 20 Mitglieder ein dreiköpfiges Gremium. Ein erstinstanzlicher Entscheid wird in der Regel innert zwei bis vier Wochen nach der Überweisung gefällt. Dies ist weltweit eines der schnellsten Verfahren.

Präsident:
Dr. iur. Carl-Gustav Mez, LL.M., Advokat
Disziplinarkammer für Dopingfälle von Swiss Olympic
Postfach 345
CH-3000 Bern 6

Telefon +41 61 312 00 29


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